Szene
9. Ahrntaler Graukäsetage

Ein Käse mit Ecken, Kanten und Charakter

Tradition, Handwerk und kreative Kochkunst rund um eine der ursprünglichsten Spezialitäten Südtirols.
Tradition traf Kochkunst mit Martin Pircher als Vorsitzenden der Jury. – FOTO: Martin Zimmerhofer
Vom 5. bis 20. September 2026 drehte sich im Ahrntal alles um einen Käse, der sich nicht verbiegen lässt: den Ahrntaler Graukäse. Unter dem Motto „Teldrarisch zu Tisch“ rückten die 9. Ahrntaler Graukäsetage eine Spezialität in den Mittelpunkt, die für gelebte Tradition, handwerkliches Können und unverwechselbaren Geschmack steht.
Der letzten Feinschliff des Desserts. Tina Marcelli sorgte mit einer raffinierten Komposition aus Schokolade, Preiselbeere und Graukäse für den süßen Abschluss. – FOTO: Martin Zimmerhofer
Zwölf Gastronomiebetriebe beteiligten sich an den Aktionstagen und zeigten, dass der Graukäse weit mehr kann als seine klassische Rolle in der traditionellen Küche. Als Slow-Food-Presidio ausgezeichnet, wird er aus entrahmter Sauermilch und ohne Lab hergestellt. Sein charakteristisches Aroma macht ihn zu einer besonderen Zutat, die Köchinnen und Köche immer wieder zu neuen Interpretationen inspiriert. Neben den kulinarischen Angeboten in den teilnehmenden Betrieben bot das Rahmenprogramm zahlreiche Gelegenheiten, das Produkt und seine Herkunft näher kennenzulernen. Auf dem Programm stand unter anderem ein Kochkurs mit Tina Marcelli, eine Käse- und Bierverkostung sowie Besuche bei regionalen Produzenten.
Fünf Gänge, ein außergewöhnliches Produkt
Einen besonderen Höhepunkt bildete das Abschlussmenü am 19. September in Steinhaus. Fünf kulinarische Handschriften zeigten dabei die Vielseitigkeit des Graukäses: Markus Mair am Tinkhof eröffnete mit einem Kalbskopf-Sellerietörtchen, Breatl-Panade, Trüffel und Graukäseespuma. Andrea Federa servierte ein Graukäserisotto mit Speck, während Klara Leimegger Wasserer eine gebackene Graukäsepraline mit Zwiebelchutney und Kresse präsentierte. Herbert Hintner interpretierte den Klassiker Cordon bleu neu – mit Aubergine, Graukäse und Tomate. Den süßen Abschluss gestaltete das Team um Tina Marcelli mit einer Komposition aus Schokolade, Preiselbeere und Graukäse.
Die Graukäsetage machten damit einmal mehr deutlich, dass die Zukunft unserer regionalen Küche auch in der bewussten Weiterentwicklung ihrer Wurzeln liegt. Wo Produzenten und Gastronomie zusammenarbeiten, wird aus einem traditionellen Lebensmittel ein Botschafter für Herkunft, Identität und zeitgemäße Kochkunst.
pj

Szene
Nachwuchs & Kreativität

Südtirol in fünf Pralinen

Mit der „Sweet Savoy – Südtirol Edition“ verbinden Schülerinnen und Schüler der LBS Savoy regionale Aromen, Handwerk und Kreativität zu einer süßen Reise durch Südtirol.
FOTO: LBS Savoy
Wie schmeckt Südtirol, wenn man Landschaften, Produkte und vertraute Erinnerungen in eine Praline packt? Eine Antwort darauf geben Schülerinnen und Schüler der Landesberufsschule Savoy in Meran mit ihrer eigens kreierten und handgefertigten „Sweet Savoy – Südtirol Edition“.
Unter dem Motto „Zartschmelzende Hülle, Südtiroler Kern“ sind fünf unterschiedliche Pralinen entstanden. Jede davon erzählt ihre eigene kleine Geschichte und steht für eine Facette Südtirols.
Marille und Buchweizen verbinden die Süße sonnenreifer Früchte mit erdigen Noten und erinnern an die Obstgärten und Sonnenhänge des Vinschgaus.
Wein und Haselnuss bringen kräftige Nougat- und Haselnussaromen mit Rosenmuskateller zusammen und stehen für Weinberge und Hügel.
Bei Himbeere, Rosmarin und Puni Whisky begegnen sich Berg und Tal in einer überraschenden Kombination.
Vertrauter wird es beim Apfelstrudel: Apfel, Vanille und Zimt greifen eine der bekanntesten Südtiroler Geschmackserinnerungen auf und stehen für Tradition und Geborgenheit.
Den Abschluss bilden Preiselbeere und Bergkräuter, die mit ihren herb-fruchtigen und alpinen Aromen an Wald, Wiesen und Südtirols Bergwelt erinnern. Die fünf Kreationen zeigen dabei, was moderne Berufsausbildung leisten kann: Handwerk erlernen, Produkte verstehen und gleichzeitig den Mut entwickeln, eigene Ideen daraus entstehen zu lassen.
Auch Direktor Karl Telser sieht darin einen wichtigen Gedanken der Ausbildung: „Mit der Sweet Savoy Edition zeigen unsere Schülerinnen und Schüler, dass Tradition und Innovation hervorragend zusammenpassen. Sie setzen sich mit regionalen Produkten und unserer kulinarischen Identität auseinander und entwickeln daraus etwas Eigenständiges. Genau diese Verbindung von fundiertem Handwerk und Kreativität möchten wir jungen Menschen an der Savoy mitgeben.“
So wird aus fünf kleinen Pralinen weit mehr als eine süße Versuchung. Die Sweet Savoy – Südtirol Edition erzählt von Herkunft und Landschaft, von Tradition und neuen Ideen – und vor allem von jungen Menschen, die zeigen, wie vielfältig Südtirol auch in Zukunft schmecken kann.
red