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Nachwuchs & Ausbildung

Ein Abschluss – und der Beginn eines neuen Weges

Mit dem erfolgreichen Abschluss beginnt für die Absolventinnen und Absolventen der LBS Savoy ein neuer Abschnitt auf ihrem gastronomischen Weg.
Einige der Absolventinnen und Absolventen der LBS SAVOY in Meran feiern ihren erfolgreichen Abschluss. – FOTO: LBS Savoy
Ein erfolgreicher Ausbildungsweg verdient einen besonderen Abschluss. An der Landesberufsschule Savoy in Meran boten gleich zwei Diplomverleihungen Gelegenheit, die Leistungen der jungen Nachwuchsfachkräfte zu würdigen.
Am 22. September 2026 standen zunächst die Absolventinnen und Absolventen der Fachschule im Mittelpunkt. Eine Woche später, am 29. September, folgte die Diplomverleihung der Lehrlinge. Gemeinsam ist ihnen der erfolgreiche Abschluss ihrer Ausbildung in den Bereichen Kochen und Service gelungen – und damit ein wichtiger Meilenstein auf ihrem beruflichen Weg.
Hinter den jungen Fachkräften liegen intensive Ausbildungsjahre, in denen sie sich fachliches Wissen und praktisches Können angeeignet, aber auch gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten und sich den vielfältigen Anforderungen der Gastronomie zu stellen.
Mit dem Diplom in der Hand endet nun ein bedeutender Abschnitt. Gleichzeitig öffnen sich neue Wege. Ob in einem Südtiroler Betrieb, bei einer beruflichen Erfahrung im Ausland oder durch weiterführende Spezialisierungen und Fortbildungen – die Ausbildung schafft ein starkes Fundament für zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten.
Gerade in einer Zeit, in der qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht werden, sind diese jungen Menschen von besonderer Bedeutung für die Zukunft unserer Gastronomie. Umso wichtiger ist es, ihre Leistung sichtbar zu machen und sie darin zu bestärken, ihren beruflichen Weg mit Neugier und Leidenschaft weiterzugehen.
Der Südtiroler Köcheverband - SKV gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen herzlich zu ihrem erfolgreichen Abschluss und wünscht ihnen viel Freude, Erfolg und den Mut, die vielen Möglichkeiten ihres Berufs zu nutzen.
Denn jedes verliehene Diplom ist nicht nur ein persönlicher Erfolg – es ist auch ein Stück Zukunft für unseren Berufsstand.
red

Thema
55 Jahre SKV

Die Anfänge

Als Südtirols Köche beschlossen, gemeinsam Geschichte zu schreiben
Die Gründungsmitglieder zusammen mit einigen der ersten Mitglieder – FOTO: Südtiroler Köcheverband - SKV
Ein Stammtisch in Meran Untermais, ein visionärer Küchenchef und 17 Unterschriften: Am 2. März 1971 begann eine Geschichte, die den Kochberuf in Südtirol bis heute begleitet. Ein Blick zurück zu den Wurzeln des Südtiroler Köcheverbandes - SKV.
Es beginnt nicht mit einem großen Festakt. Nicht mit einer Bühne, einer Auszeichnung oder einem aufwendig inszenierten Menü. Es beginnt mit Köchen, die sich nach getaner Arbeit treffen, miteinander reden und eine gemeinsame Idee entwickeln.
Ende der 1960er-Jahre kommen im Restaurant Sportplatz in Meran Untermais regelmäßig Berufskollegen zusammen. Es ist eine Zeit, in der der Küchenalltag wenig Raum für gesellschaftliches Leben lässt. Während andere am Wochenende Vereinen angehören, Veranstaltungen besuchen oder ihren Feierabend genießen, stehen Köche am Herd. Wer frei hat, findet seine Kollegen meist bei der Arbeit.
Der gemeinsame Stammtisch wird deshalb zu etwas Besonderem: ein Ort für Gespräche, fachlichen Austausch und das Gefühl, mit den eigenen beruflichen Anliegen nicht allein zu sein. Doch irgendwann reicht der Stammtisch nicht mehr aus. Die Idee eines eigenen Berufsverbandes nimmt Gestalt an. Einer, der die Interessen der Köche vertritt, die Kochkunst fördert und dem Berufsstand eine gemeinsame Stimme gibt.
Eine entscheidende Rolle übernimmt dabei ein Mann, der die Südtiroler Gastronomie weit über die Landesgrenzen hinaus prägen sollte: Andreas Hellrigl.
Ein Pionier mit einer Vision
Hellrigl ist damals bereits eine prägende Persönlichkeit der Meraner Gastronomie. Sein Restaurant „Andrea“ steht für kulinarischen Anspruch und eine Küche, die Tradition mit neuen Ideen verbindet. Er denkt jedoch nicht nur an den Erfolg seines eigenen Betriebes. Ihm geht es darum, den gesamten Berufsstand weiterzubringen.
Als die Idee einer Köchevereinigung konkreter wird, ergreift er die Initiative. Er führt Gespräche, informiert sich bei Behörden und bereitet gemeinsam mit engagierten Berufskollegen die formelle Gründung vor.
Am 2. März 1971 ist es schließlich so weit. Im Restaurant „Andrea“ in Meran wird im Beisein des Notars Dr. Cesare Lubich der Südtiroler Köcheverband - SKV gegründet. 17 Männer unterzeichnen die Gründungsstatuten. Andreas Hellrigl wird zum ersten Präsidenten gewählt.
Es ist die Geburtsstunde des heutigen SKV.
Ein Kalbssteak zur Gründung
Wie persönlich und zugleich kulinarisch dieser historische Moment gewesen sein muss, lässt eine Erinnerung des Gründungsmitglieds Hans Johann Palfrader erahnen.
In seinem Rückblick zum 50-jährigen Bestehen des Verbandes erzählt er nicht nur von den Vorbereitungen und der Gründungsversammlung, sondern auch vom anschließenden gemeinsamen Essen. Andreas Hellrigl servierte damals sein Kalbssteak en papillote.
Pioniere des SKV 1979, Südtirol-Wochen im Hotel Ambassador in Hamburg – FOTO: Südtiroler Köcheverband - SKV
Ein kleines Detail, das viel über die Anfänge des SKV erzählt: Selbst bei der Gründung ihres Berufsverbandes kamen die Köche nicht ohne das aus, was sie verband – die Leidenschaft für gutes Essen.
Mehr als ein Zusammenschluss
Die Gründung war kein Selbstzweck. Bereits damals ging es darum, den Kochberuf in Südtirol weiterzuentwickeln, fachliche Weiterbildung zu ermöglichen, den Austausch unter Berufskollegen zu fördern und der Kochkunst größere gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen.
Bemerkenswert ist auch, dass gerade junge Köche den Zusammenschluss vorantrieben. Sie wollten nicht nur Teil ihres Berufsstandes sein, sondern seine Entwicklung aktiv mitgestalten.
Aus dieser Initiative entstand eine Gemeinschaft, die über Generationen hinweg gewachsen ist. Mit Fachveranstaltungen, Weiterbildungsangeboten, Wettbewerben, einer eigenen Verbandszeitung und zahlreichen persönlichen Begegnungen entwickelte sich der SKV zu einem festen Bestandteil der Südtiroler Kochszene.
55 Jahre später – dieselbe Leidenschaft
Seit jenem Märztag im Jahr 1971 hat sich die Welt der Gastronomie grundlegend verändert. Küchentechnik, Ausbildung, Arbeitsbedingungen und die Erwartungen der Gäste sind mit jenen von damals kaum noch vergleichbar. Zudem kommt, dass – anders als damals – neben den Köchen heute auch Köchinnen eine prägende Rolle im Verband spielen. Geblieben ist jedoch der Gedanke, der die Gründungsmitglieder zusammenführte: Gemeinsam lässt sich mehr bewegen als allein.
Heute beschäftigen uns Fragen rund um Nachwuchs, Weiterbildung, Digitalisierung, regionale Identität und die Zukunft unseres Berufs. Die Antworten darauf müssen wir für unsere Zeit finden. Doch der Wille, Verantwortung zu übernehmen und unseren Berufsstand gemeinsam weiterzuentwickeln, verbindet uns mit jenen Köchen, die vor 55 Jahren im Restaurant „Andrea“ zusammenkamen.
Vielleicht ist das die schönste Erkenntnis aus unserer Verbandsgeschichte: Der SKV wurde nicht gegründet, um nur die Gegenwart zu verwalten. Er entstand aus dem Wunsch, die Zukunft des Kochberufs aktiv mitzugestalten.
Und genau darin liegt sein Auftrag bis heute.
Auf einen Blick
2. März 1971
Die Gründung des SKV
Ort
Restaurant „Andrea“, Meran
Gründungspräsident
Andreas Hellrigl
Notar
Dr. Cesare Lubich
Gründungsmitglieder
17 Unterzeichner der Statuten
Die Gründungsmitglieder
Johann Palfrader
Andreas Hellrigl
Anselmo Chizzali
Ernst Staffler
Josef Tschager
Johann Rederlechner
Helmuth Gamper
Peter Tappeiner
Herbert Bachmann
Alois Blasbichler
Karl Gufler
Walter Fischnaller
Hermann Bachmann
Josef Ebner
Eugen Rizzi
Robert Reichegger
Helmuth Graiss
pj