Thema
55 Jahre SKV
Die Anfänge
Als Südtirols Köche beschlossen, gemeinsam Geschichte zu schreiben

Die Gründungsmitglieder zusammen mit einigen der ersten Mitglieder – FOTO: Südtiroler Köcheverband - SKV
Ein Stammtisch in Meran Untermais, ein visionärer Küchenchef und 17 Unterschriften: Am 2. März 1971 begann eine Geschichte, die den Kochberuf in Südtirol bis heute begleitet. Ein Blick zurück zu den Wurzeln des Südtiroler Köcheverbandes - SKV.
Es beginnt nicht mit einem großen Festakt. Nicht mit einer Bühne, einer Auszeichnung oder einem aufwendig inszenierten Menü. Es beginnt mit Köchen, die sich nach getaner Arbeit treffen, miteinander reden und eine gemeinsame Idee entwickeln.
Ende der 1960er-Jahre kommen im Restaurant Sportplatz in Meran Untermais regelmäßig Berufskollegen zusammen. Es ist eine Zeit, in der der Küchenalltag wenig Raum für gesellschaftliches Leben lässt. Während andere am Wochenende Vereinen angehören, Veranstaltungen besuchen oder ihren Feierabend genießen, stehen Köche am Herd. Wer frei hat, findet seine Kollegen meist bei der Arbeit.
Der gemeinsame Stammtisch wird deshalb zu etwas Besonderem: ein Ort für Gespräche, fachlichen Austausch und das Gefühl, mit den eigenen beruflichen Anliegen nicht allein zu sein. Doch irgendwann reicht der Stammtisch nicht mehr aus. Die Idee eines eigenen Berufsverbandes nimmt Gestalt an. Einer, der die Interessen der Köche vertritt, die Kochkunst fördert und dem Berufsstand eine gemeinsame Stimme gibt.
Eine entscheidende Rolle übernimmt dabei ein Mann, der die Südtiroler Gastronomie weit über die Landesgrenzen hinaus prägen sollte: Andreas Hellrigl.
Es beginnt nicht mit einem großen Festakt. Nicht mit einer Bühne, einer Auszeichnung oder einem aufwendig inszenierten Menü. Es beginnt mit Köchen, die sich nach getaner Arbeit treffen, miteinander reden und eine gemeinsame Idee entwickeln.
Ende der 1960er-Jahre kommen im Restaurant Sportplatz in Meran Untermais regelmäßig Berufskollegen zusammen. Es ist eine Zeit, in der der Küchenalltag wenig Raum für gesellschaftliches Leben lässt. Während andere am Wochenende Vereinen angehören, Veranstaltungen besuchen oder ihren Feierabend genießen, stehen Köche am Herd. Wer frei hat, findet seine Kollegen meist bei der Arbeit.
Der gemeinsame Stammtisch wird deshalb zu etwas Besonderem: ein Ort für Gespräche, fachlichen Austausch und das Gefühl, mit den eigenen beruflichen Anliegen nicht allein zu sein. Doch irgendwann reicht der Stammtisch nicht mehr aus. Die Idee eines eigenen Berufsverbandes nimmt Gestalt an. Einer, der die Interessen der Köche vertritt, die Kochkunst fördert und dem Berufsstand eine gemeinsame Stimme gibt.
Eine entscheidende Rolle übernimmt dabei ein Mann, der die Südtiroler Gastronomie weit über die Landesgrenzen hinaus prägen sollte: Andreas Hellrigl.
Ein Pionier mit einer Vision
Hellrigl ist damals bereits eine prägende Persönlichkeit der Meraner Gastronomie. Sein Restaurant „Andrea“ steht für kulinarischen Anspruch und eine Küche, die Tradition mit neuen Ideen verbindet. Er denkt jedoch nicht nur an den Erfolg seines eigenen Betriebes. Ihm geht es darum, den gesamten Berufsstand weiterzubringen.
Als die Idee einer Köchevereinigung konkreter wird, ergreift er die Initiative. Er führt Gespräche, informiert sich bei Behörden und bereitet gemeinsam mit engagierten Berufskollegen die formelle Gründung vor.
Am 2. März 1971 ist es schließlich so weit. Im Restaurant „Andrea“ in Meran wird im Beisein des Notars Dr. Cesare Lubich der Südtiroler Köcheverband - SKV gegründet. 17 Männer unterzeichnen die Gründungsstatuten. Andreas Hellrigl wird zum ersten Präsidenten gewählt.
Es ist die Geburtsstunde des heutigen SKV.
Als die Idee einer Köchevereinigung konkreter wird, ergreift er die Initiative. Er führt Gespräche, informiert sich bei Behörden und bereitet gemeinsam mit engagierten Berufskollegen die formelle Gründung vor.
Am 2. März 1971 ist es schließlich so weit. Im Restaurant „Andrea“ in Meran wird im Beisein des Notars Dr. Cesare Lubich der Südtiroler Köcheverband - SKV gegründet. 17 Männer unterzeichnen die Gründungsstatuten. Andreas Hellrigl wird zum ersten Präsidenten gewählt.
Es ist die Geburtsstunde des heutigen SKV.
Ein Kalbssteak zur Gründung
Wie persönlich und zugleich kulinarisch dieser historische Moment gewesen sein muss, lässt eine Erinnerung des Gründungsmitglieds Hans Johann Palfrader erahnen.
In seinem Rückblick zum 50-jährigen Bestehen des Verbandes erzählt er nicht nur von den Vorbereitungen und der Gründungsversammlung, sondern auch vom anschließenden gemeinsamen Essen. Andreas Hellrigl servierte damals sein Kalbssteak en papillote.
In seinem Rückblick zum 50-jährigen Bestehen des Verbandes erzählt er nicht nur von den Vorbereitungen und der Gründungsversammlung, sondern auch vom anschließenden gemeinsamen Essen. Andreas Hellrigl servierte damals sein Kalbssteak en papillote.

Pioniere des SKV 1979, Südtirol-Wochen im Hotel Ambassador in Hamburg – FOTO: Südtiroler Köcheverband - SKV
Ein kleines Detail, das viel über die Anfänge des SKV erzählt: Selbst bei der Gründung ihres Berufsverbandes kamen die Köche nicht ohne das aus, was sie verband – die Leidenschaft für gutes Essen.
Mehr als ein Zusammenschluss
Die Gründung war kein Selbstzweck. Bereits damals ging es darum, den Kochberuf in Südtirol weiterzuentwickeln, fachliche Weiterbildung zu ermöglichen, den Austausch unter Berufskollegen zu fördern und der Kochkunst größere gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen.
Bemerkenswert ist auch, dass gerade junge Köche den Zusammenschluss vorantrieben. Sie wollten nicht nur Teil ihres Berufsstandes sein, sondern seine Entwicklung aktiv mitgestalten.
Aus dieser Initiative entstand eine Gemeinschaft, die über Generationen hinweg gewachsen ist. Mit Fachveranstaltungen, Weiterbildungsangeboten, Wettbewerben, einer eigenen Verbandszeitung und zahlreichen persönlichen Begegnungen entwickelte sich der SKV zu einem festen Bestandteil der Südtiroler Kochszene.
Bemerkenswert ist auch, dass gerade junge Köche den Zusammenschluss vorantrieben. Sie wollten nicht nur Teil ihres Berufsstandes sein, sondern seine Entwicklung aktiv mitgestalten.
Aus dieser Initiative entstand eine Gemeinschaft, die über Generationen hinweg gewachsen ist. Mit Fachveranstaltungen, Weiterbildungsangeboten, Wettbewerben, einer eigenen Verbandszeitung und zahlreichen persönlichen Begegnungen entwickelte sich der SKV zu einem festen Bestandteil der Südtiroler Kochszene.
55 Jahre später – dieselbe Leidenschaft
Seit jenem Märztag im Jahr 1971 hat sich die Welt der Gastronomie grundlegend verändert. Küchentechnik, Ausbildung, Arbeitsbedingungen und die Erwartungen der Gäste sind mit jenen von damals kaum noch vergleichbar. Zudem kommt, dass – anders als damals – neben den Köchen heute auch Köchinnen eine prägende Rolle im Verband spielen. Geblieben ist jedoch der Gedanke, der die Gründungsmitglieder zusammenführte: Gemeinsam lässt sich mehr bewegen als allein.
Heute beschäftigen uns Fragen rund um Nachwuchs, Weiterbildung, Digitalisierung, regionale Identität und die Zukunft unseres Berufs. Die Antworten darauf müssen wir für unsere Zeit finden. Doch der Wille, Verantwortung zu übernehmen und unseren Berufsstand gemeinsam weiterzuentwickeln, verbindet uns mit jenen Köchen, die vor 55 Jahren im Restaurant „Andrea“ zusammenkamen.
Vielleicht ist das die schönste Erkenntnis aus unserer Verbandsgeschichte: Der SKV wurde nicht gegründet, um nur die Gegenwart zu verwalten. Er entstand aus dem Wunsch, die Zukunft des Kochberufs aktiv mitzugestalten.
Und genau darin liegt sein Auftrag bis heute.
Heute beschäftigen uns Fragen rund um Nachwuchs, Weiterbildung, Digitalisierung, regionale Identität und die Zukunft unseres Berufs. Die Antworten darauf müssen wir für unsere Zeit finden. Doch der Wille, Verantwortung zu übernehmen und unseren Berufsstand gemeinsam weiterzuentwickeln, verbindet uns mit jenen Köchen, die vor 55 Jahren im Restaurant „Andrea“ zusammenkamen.
Vielleicht ist das die schönste Erkenntnis aus unserer Verbandsgeschichte: Der SKV wurde nicht gegründet, um nur die Gegenwart zu verwalten. Er entstand aus dem Wunsch, die Zukunft des Kochberufs aktiv mitzugestalten.
Und genau darin liegt sein Auftrag bis heute.
Auf einen Blick
2. März 1971
Die Gründung des SKV
Ort
Restaurant „Andrea“, Meran
Gründungspräsident
Andreas Hellrigl
Notar
Dr. Cesare Lubich
Gründungsmitglieder
17 Unterzeichner der Statuten
Die Gründungsmitglieder
Johann Palfrader
Andreas Hellrigl
Anselmo Chizzali
Ernst Staffler
Josef Tschager
Johann Rederlechner
Helmuth Gamper
Peter Tappeiner
Herbert Bachmann
Alois Blasbichler
Karl Gufler
Walter Fischnaller
Hermann Bachmann
Josef Ebner
Eugen Rizzi
Robert Reichegger
Helmuth Graiss
Andreas Hellrigl
Anselmo Chizzali
Ernst Staffler
Josef Tschager
Johann Rederlechner
Helmuth Gamper
Peter Tappeiner
Herbert Bachmann
Alois Blasbichler
Karl Gufler
Walter Fischnaller
Hermann Bachmann
Josef Ebner
Eugen Rizzi
Robert Reichegger
Helmuth Graiss
pj

