Richtiges Handeln
Erste Hilfe

Wenn plötzlich die Luft wegbleibt

Verschlucken & Ersticken – richtig handeln, wenn jede Sekunde zählt
FOTO: KI generiertes Bild
Ein Stück Fleisch, Brot oder ein anderer Bissen gerät in die Atemwege – und plötzlich wird aus einem normalen Essen ein Notfall. Gerade in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung sollten Mitarbeitende wissen, was jetzt zu tun ist. Nicht jedes Verschlucken ist sofort lebensbedrohlich. Kann die betroffene Person noch kräftig husten, sprechen und atmen, soll sie weiterhusten. Aufmerksames Beobachten ist wichtig.
Gefährlich wird es, wenn der Fremdkörper die Atemwege vollständig oder nahezu vollständig blockiert. Die Person kann nicht mehr sprechen oder richtig atmen, hustet kaum oder lautlos und greift häufig an den Hals. Jetzt muss schnell gehandelt werden.
ERSTICKEN – SO HANDELST DU RICHTIG
1. Zum Husten auffordern
Kann die Person noch kräftig husten, soll sie weiterhusten. Nicht sofort auf den Rücken schlagen.
2. Bis zu 5 Rückenschläge
Kann sie nicht mehr wirksam husten oder atmen, den Oberkörper nach vorne beugen und bis zu 5 kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter geben. Nach jedem Schlag prüfen, ob sich der Fremdkörper gelöst hat.
3. Bis zu 5 Oberbauchkompressionen (Heimlich-Manöver)
Bleibt die Atemwegsverlegung bestehen, hinter die Person stellen, die Arme um den Oberbauch legen und bis zu 5 kräftige Kompressionen nach innen und oben durchführen.
4. Weiter im Wechsel & 112 alarmieren
Löst sich der Fremdkörper nicht, abwechselnd 5 Rückenschläge und 5 Oberbauchkompressionen durchführen. Den Notruf 112 so früh wie möglich veranlassen.
5. Person wird bewusstlos
Die Person vorsichtig zu Boden bringen. Atmet sie nicht normal, sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (30 Herzdruckmassagen: 2 Beatmungen, alternativ durchgehende Herzdruckmassage ohne Beatmung) beginnen und einen vorhandenen AED (Automatisierter externer Defibrillator) einsetzen.
Wichtig
Nicht blind mit den Fingern im Mund oder Rachen nach dem Fremdkörper suchen – dadurch kann dieser noch tiefer geschoben werden. Bei Schwangeren, stark übergewichtigen Personen, Kindern und Säuglingen gelten teilweise andere Maßnahmen. Die richtigen Handgriffe sollten deshalb regelmäßig in einem Erste-Hilfe-Kurs praktisch trainiert werden.
Gut vorbereitet im Gastronomiebetrieb
Ein Erstickungsnotfall kann jederzeit einen Gast oder ein Teammitglied treffen. Deshalb sollte im Betrieb klar sein, wer Erste Hilfe leistet, wer den Notruf absetzt, wo sich der nächste AED befindet und wer den Rettungsdienst einweist.
Denn wenn jemand keine Luft mehr bekommt, zählt nicht nur Wissen – sondern schnelles und entschlossenes Handeln.
Hier können Sie das A4 Plakat herunterladen

Young Chefs
SJK

Die Zukunft hat eine Stimme

Mit den Südtiroler Jungköche - SJK entsteht eine neue Jugendgruppe innerhalb des SKV. Junge Köchinnen und Köche wollen sich vernetzen, voneinander lernen und ihren Berufsstand aktiv mitgestalten.
Über die Zukunft des Kochberufs wird viel gesprochen. Über Fachkräftemangel, Nachwuchs, neue Erwartungen und darüber, wie es gelingen kann, junge Menschen langfristig für unseren Beruf zu begeistern. Doch Zukunft entsteht nicht, indem wir nur über junge Menschen sprechen. Wir müssen ihnen zuhören, ihnen Verantwortung übertragen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Ideen einzubringen.
Genau aus diesem Gedanken heraus wurden die Südtiroler Jungköche - SJK gegründet. Als neue Jugendgruppe des Südtiroler Köcheverbandes sind sie fester Bestandteil des SKV und sollen künftig eine Plattform für junge Köchinnen und Köche aus ganz Südtirol sein.
An der Spitze der neuen Jugendgruppe steht Aaron Hofer als Präsident. Gemeinsam mit Daniela Wurzer als Präsidentin, Jannik Überegger und Natalie Oberrauch sowie den weiteren Vorstandsmitgliedern Maximilian Gander, Gabriel Wanker, Thomas Marri, Simon Oberhofer und Tobias Hochrainer bildet er das Team, das die ersten Schritte der SJK gestalten und die Gruppe gemeinsam weiterentwickeln wird.
Gemeinschaft, die über den Arbeitsplatz hinausgeht
Die Idee hinter den SJK ist dabei bewusst breit angelegt. Junge Köchinnen und Köche sollen die Möglichkeit erhalten, sich auch außerhalb des eigenen Betriebes kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Gerade in einem Beruf, der viel Einsatz verlangt, kann eine solche Gemeinschaft wertvoll sein.
Die SJK wollen deshalb nicht nur fachliche Plattform sein, sondern auch ein Netzwerk für eine neue Generation von Köchinnen und Köchen schaffen.
Bereits jetzt sind verschiedene Fortbildungen und gemeinsame Aktivitäten geplant. Dabei soll Wissen nicht ausschließlich im klassischen Seminarraum vermittelt werden. Betriebsbesichtigungen, praktische Weiterbildungen und der Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sollen ebenso dazugehören wie gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen.
Auch in der Kommunikation möchten die Jungköchinnen und Jungköche neue Wege gehen. Unter anderem sind eigene Kochvideos geplant, mit denen Wissen, Ideen und die Begeisterung für den Kochberuf auf zeitgemäße Weise vermittelt werden sollen.
Welche weiteren Projekte daraus entstehen, soll sich gemeinsam mit der Gruppe entwickeln. Denn die SJK sollen keine Jugendgruppe sein, deren Programm ausschließlich vorgegeben wird. Junge Köchinnen und Köche sollen selbst Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und entscheiden können, welche Themen ihre Generation bewegen.
Eine Stimme für die junge Generation
Damit bekommen junge Menschen innerhalb des Südtiroler Köcheverbandes - SKV auch eine stärkere Möglichkeit, ihre Perspektive einzubringen. Was beschäftigt junge Köchinnen und Köche heute? Was erwarten sie von ihrem Beruf? Welche Weiterbildung wünschen sie sich? Wie stellen sie sich ihren Arbeitsplatz und die Gastronomie der Zukunft vor?
Die Antworten darauf sollten nicht ausschließlich von anderen Generationen gegeben werden.
Ein erster öffentlicher Auftritt steht bereits bevor. Bei der Fachmesse Hotel 2026 in Bozen besteht am Messestand des Südtiroler Köcheverbandes - SKV die Möglichkeit, Mitglieder der neuen Jugendgruppe kennenzulernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und mehr über die geplanten Aktivitäten der SJK zu erfahren.
Auch bei „Den Jungen das Wort“ am 22. Oktober auf der Fachmesse Hotel wird die Jugendgruppe vertreten sein. Tobias Hochrainer nimmt für die SJK an der Gesprächsrunde auf der Hauptbühne der Messe Bozen teil und bringt dort die Sicht der jungen Generation des Kochberufs ein.
Premiere bei der 55. Mitgliederversammlung
Ein weiterer wichtiger Moment folgt wenige Wochen später. Bei der 55. Mitgliederversammlung des Südtiroler Köcheverbandes - SKV am 7. November 2026 werden sich die SJK erstmals den Mitgliedern des Verbandes präsentieren.
Dabei bleibt es nicht bei einer Vorstellung auf der Bühne. Die Jungköchinnen und Jungköche werden auch einen Gang des Menüs zubereiten und damit ihre Leidenschaft und ihr Können ganz praktisch zeigen. Für die SJK wird dies einer der ersten großen gemeinsamen Auftritte – und gleichzeitig ein starkes Zeichen: Die nächste Generation soll innerhalb des SKV nicht am Rand stehen, sondern ein sichtbarer Teil des Verbandes sein.
Heute für morgen
Die Gründung der SJK ist deshalb mehr als die Gründung einer neuen Gruppe. Sie ist eine Investition in die Zukunft unseres Berufsstandes.
Wenn wir möchten, dass es auch in zwanzig oder dreißig Jahren gut ausgebildete, engagierte und begeisterte Köchinnen und Köche gibt, müssen wir heute die Voraussetzungen dafür schaffen. Dazu gehören eine gute Ausbildung und attraktive Arbeitsplätze – aber ebenso Gemeinschaft, Weiterbildung, Vorbilder und die Möglichkeit, selbst etwas zu bewegen.
Die SJK stehen erst am Anfang ihres Weges. Jetzt liegt es auch an den jungen Köchinnen und Köchen Südtirols, diesen Weg mitzugehen, ihre Ideen einzubringen und aus der neuen Jugendgruppe ihre Gemeinschaft zu machen.
Denn die Zukunft unseres Berufsstandes beginnt nicht irgendwann. Sie beginnt mit den jungen Menschen, denen wir heute die Möglichkeit geben, sie mitzugestalten.
red / pj