Young Chefs
„Ein guter Koch kann auch jung sein“
Aaron Hofer und Jannik Überegger haben gemeinsam mit engagierten Berufskolleginnen und Berufskollegen die SJK – Südtiroler Jungköche ins Leben gerufen – die neue Jugendgruppe des Südtiroler Köcheverbandes – SKV. Im Interview erzählen sie, warum es diese Gruppe heute braucht, welche Ziele sie verfolgt und was sie persönlich jeden Tag aufs Neue für den Kochberuf begeistert.

v.l.n.r.: Patrick Jageregger, Aaron Hofer, Jannik Überegger und Maximilian Gander – FOTO: Wolfgang Töchterle
Aaron und Jannik, ihr habt gemeinsam mit einigen Kolleginnen und Kollegen einen Verband für Südtirols Jungköchinnen und -köche aufgebaut, den SJK. Wie kam es dazu?
Aaron Hofer: Der erste Impuls dafür kam von meinem ehemaligen Lehrer am BBZ Hellnestainer Martin Leitner. Weil viele Jungköchinnen und -köche heute keine SKV-Mitgliedschaft haben, hat er sich gefragt, wie man den SKV auch für uns wieder interessanter machen könnte. Daraus ist dann die Idee einer Jugendgruppe entstanden, die wir jetzt seit einigen Monaten aufbauen.
Jannik Überegger: Genau. Seit Aaron mich mit ins Boot geholt hat, haben wir viele Leute kontaktiert und versucht, sie dazu zu motivieren, beizutreten oder sich im Ausschuss zu engagieren. Bis jetzt haben wir viel positives Feedback bekommen und seit Mitte Juli gibt es die Gruppe auch offiziell auf dem Papier: mit einem Präsidenten, Vizepräsident:innen, einem Schriftführer und etwa 15 Mitgliedern. Mittlerweile haben wir sogar ein eigenes Logo!
Jannik Überegger: Genau. Seit Aaron mich mit ins Boot geholt hat, haben wir viele Leute kontaktiert und versucht, sie dazu zu motivieren, beizutreten oder sich im Ausschuss zu engagieren. Bis jetzt haben wir viel positives Feedback bekommen und seit Mitte Juli gibt es die Gruppe auch offiziell auf dem Papier: mit einem Präsidenten, Vizepräsident:innen, einem Schriftführer und etwa 15 Mitgliedern. Mittlerweile haben wir sogar ein eigenes Logo!
Was macht diese Gruppe für junge Köchinnen und Köche attraktiv?
Jannik: Es geht einmal um fachlichen Austausch und Fortbildungen. Andererseits steht aber auch der Spaß im Mittelpunkt. Man lernt vielleicht bei einem gemeinsamen Pizzaessen neue Leute kennen und knüpft neue Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen, die dieselbe Leidenschaft fürs Kochen teilen.
Aaron: Genau, es geht auf jeden Fall darum, eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Zu zeigen, dass der Kochberuf mehr als Arbeit ist – aber auch, dass es eine wunderschöne Arbeit sein kann und dass es Sinn macht, sich dafür zu entscheiden. Das Image des Kochberufs ist nicht immer gut. Viele glauben noch immer, dass es ein sehr harter Beruf ist, mit langen Arbeitszeiten, und dass man „nur ausgenutzt“ wird. Dieses Image entspricht heute aber nicht mehr der Realität, vieles hat sich verändert.
Aaron: Genau, es geht auf jeden Fall darum, eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Zu zeigen, dass der Kochberuf mehr als Arbeit ist – aber auch, dass es eine wunderschöne Arbeit sein kann und dass es Sinn macht, sich dafür zu entscheiden. Das Image des Kochberufs ist nicht immer gut. Viele glauben noch immer, dass es ein sehr harter Beruf ist, mit langen Arbeitszeiten, und dass man „nur ausgenutzt“ wird. Dieses Image entspricht heute aber nicht mehr der Realität, vieles hat sich verändert.
Was ist heute anders?
Aaron: Man hat heute in vielen Betrieben schon als Lehrling ein Mitspracherecht – und das ist auch gut so! Es ist auch nicht so, dass man 300 Tage im Jahr 24 Stunden am Tag arbeitet. Natürlich hat man oft lange Arbeitstage und muss vielleicht am Wochenende arbeiten. Dafür hat man aber an anderen Tagen frei – und diese bieten sehr viele Möglichkeiten.
Jannik: Und auch wenn man am Wochenende arbeitet, heißt das nicht, dass man keine gute Zeit haben kann. Wenn Freunde feiern gehen, komme ich vielleicht etwas später nach. Und nach Feierabend sitzen wir auch unter Kollegen noch eine Zeit lang zusammen, reden oder trinken noch etwas. Mir macht das eigentlich nicht viel aus.
Jannik: Und auch wenn man am Wochenende arbeitet, heißt das nicht, dass man keine gute Zeit haben kann. Wenn Freunde feiern gehen, komme ich vielleicht etwas später nach. Und nach Feierabend sitzen wir auch unter Kollegen noch eine Zeit lang zusammen, reden oder trinken noch etwas. Mir macht das eigentlich nicht viel aus.
Was unterscheidet die Südtiroler Jungköche und -köchinnen vom Rest des SKV?
Aaron: Wir sind für Köchinnen und Köche offen, die am Anfang ihrer Lehre oder beruflichen Karriere stehen, das heißt junge Leute, die in etwa zwischen 14 und 30 Jahre alt sind. Und wir wollen, dass die Stimmen dieser Menschen gehört werden. Bei uns darf jeder eine Meinung haben – ein guter Koch kann nämlich auch jung sein. Ältere Köchinnen und Köche sind vielleicht manchmal der Meinung, dass man sich die eigene Meinung erst viele Jahre lang erarbeiten muss. Das ist, glaube ich, der Grund, warum viele nicht beigetreten sind.
Jannik: Deswegen war ich vorher auch kein SKV-Mitglied.
Aaron: Ich tatsächlich auch nicht! Dabei merken wir, dass junge Leute sehr wohl Lust haben, sich zu engagieren und mitzureden. Bei den Leuten, die wir bis jetzt angesprochen haben, sind wir auf viel Interesse gestoßen. Absagen haben wir übrigens noch gar keine kassiert.
Jannik: Deswegen war ich vorher auch kein SKV-Mitglied.
Aaron: Ich tatsächlich auch nicht! Dabei merken wir, dass junge Leute sehr wohl Lust haben, sich zu engagieren und mitzureden. Bei den Leuten, die wir bis jetzt angesprochen haben, sind wir auf viel Interesse gestoßen. Absagen haben wir übrigens noch gar keine kassiert.
Welche Unterstützung bietet der SKV für den Aufbau der Gruppe?
Jannik: Der SKV war sehr offen für die Idee und hat uns von Anfang an unterstützt, vor allem der Präsident Patrick Jageregger. Der SKV hat ja auch ein Interesse daran, junge Leute anzusprechen.
Aaron: Genau, der SKV ist uns bei organisatorischen Fragen zur Seite gestanden und hat uns auch bei Dingen wie der Finanzierung, dem Logo oder der Bestellung der neuen Kochjacken geholfen. Aber die allermeisten Sachen haben wir selbst aufgebaut, wir sind da ziemlich ins kalte Wasser gesprungen. Ich glaube, wir können mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden sein!
Aaron: Genau, der SKV ist uns bei organisatorischen Fragen zur Seite gestanden und hat uns auch bei Dingen wie der Finanzierung, dem Logo oder der Bestellung der neuen Kochjacken geholfen. Aber die allermeisten Sachen haben wir selbst aufgebaut, wir sind da ziemlich ins kalte Wasser gesprungen. Ich glaube, wir können mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden sein!
In drei Worten: Was definiert euch heute als Südtiroler Jungköche und -köchinnen?
Jannik: Zusammenhalt, Spaß und die Leidenschaft am Kochen.
Aaron: Da stimme ich Jannik zu. Natürlich steht das Kochen im Mittelpunkt, aber die Mitgliedschaft soll vor allem auch Spaß machen. Das heißt, es wird Events und Ausflüge geben – mit und ohne Kochen.
Aaron: Da stimme ich Jannik zu. Natürlich steht das Kochen im Mittelpunkt, aber die Mitgliedschaft soll vor allem auch Spaß machen. Das heißt, es wird Events und Ausflüge geben – mit und ohne Kochen.
Gibt es schon einen ersten Termin?
Aaron: Wir planen gerade unser erstes Event im Herbst. Dabei soll es um den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Küche gehen. Wir werden verschiedene Referent:innen einladen und gemeinsam ausloten, was mit KI alles möglich ist.
Können Jungköchinnen und -köche ganz einfach teilnehmen?
Jannik: Wir stehen allen offen. Und je mehr Mitglieder wir haben, desto mehr Dinge können wir organisieren!
Aaron Hofer

sitzt dem SJK als Präsident vor. Darüber hinaus ist der 18-Jährige Koch im Hotel Sonnenheim in Flains. Da seine Familie einen eigenen Gastronomiebetrieb führt, kennt er das Umfeld genau und meint: „So einen Zusammenhalt wie in der Gastro gibt es in kaum einer anderen Berufssparte.“ Für ihn ist es wichtig, dass sich junge Leute in der Küche einbringen können, neue Konzepte und Gerichtsideen entwickeln dürfen und Jung und Alt voneinander lernen.
Jannik Überegger

ist Vizepräsident des SJK und gerade dabei, seine Lehre im Gourmet Hotel Stafler in Freienfeld abzuschließen. Kochen will der heute 17-Jährige eigentlich schon, seit er denken kann. Was ihm am Kochberuf besonders gefällt? „Das familiäre Umfeld in der Küche – wir sind da wie eine große Familie“, sagt er. Wenn andere junge Leute Zweifel am Kochberuf haben, wegen der langen Arbeitszeiten oder Wochenenddienste zum Beispiel, empfiehlt er, es einfach mal auszuprobieren: „Du merkst dann vielleicht, dass das ganz gut zu dir passt und wie viel Spaß die Arbeit macht.“



