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Thara Seelounge

Fangfrisch in die Zukunft

Vom Lehrling zum Gastgeber: Felix Plankensteiners beruflicher Weg, seine Rückkehr nach Südtirol und was die Thara Seelounge zu einem besonderen Ort macht.
Thara Seelounge in Kematen ein Ort zum Entspannen und Durchatmen. – FOTO: exovisualmedia
Felix Plankensteiner
Die Thara Seelounge hat eine neue Hand am Herd: Felix Plankensteiner. Mit 25 Jahren übernimmt Felix Plankensteiner aus Uttenheim die Leitung der beliebten Thara Seelounge. Fangfrisch und voller Tatendrang serviert er seinen Gästen nicht nur feinen Fisch, sondern auch viel Herzblut. Im Interview erzählt er uns von seinem Weg und verrät, was das Konzept am Thara See besonders macht.
SKV: Felix, du bist erst 25 Jahre alt und bist jetzt verantwortlich für die Thara Seelounge. Wie war dein Weg bis hierher?
Felix: Schon in jungen Jahren war mir klar, dass die Küche mein Lebensraum ist. Mit 15 habe ich die Ausbildung begonnen und drei Jahre später erfolgreich abgeschlossen. Danach durfte ich in verschiedenen gehobenen Betrieben arbeiten. Diese Stationen führten mich quer durch Südtirol, wo ich von vielen talentierten Köchen und Köchinnen lernen durfte.
Um über den Tellerrand hinauszuschauen, bin ich anschließend nach München gegangen. Dort sammelte ich fast zwei Jahre lang Sterneerfahrung, bevor es mich Anfang des Jahres wieder nach Hause zog. Seitdem bin ich Chefkoch und Gastgeber in der Thara Seelounge. Ich bin Manuel Hofer sehr dankbar für die Chance, diese Rolle übernehmen zu dürfen. Trotz der großen Verantwortung ist es mir wichtig, bodenständig zu bleiben und mit Freude zu arbeiten. Oder wie man bei uns sagt: Mit den a Freide hobm wos man tut, noa geht olls leichta.
Die Thara Seelounge hat ein besonderes Konzept rund um den Fischersee. Was erwartet die Gäste bei euch?
Unsere Gäste erleben eine einzigartige Kombination aus Natur, Fischerei und Gastronomie. Die Seelounge liegt direkt am Fischersee inmitten einer unvergleichlichen Naturkulisse. Viele Radlerinnen und Radler halten spontan bei uns an, weil unser Lokal direkt am Radweg liegt. Unsere Besucherinnen und Besucher können selbst fischen – die gefangenen Fische können anschließend im Restaurant frisch zubereitet werden. Wir setzen auf eine ehrliche Küche mit hochwertigen Produkten; Authentizität ist mir extrem wichtig. Die Freude an dem, was wir tun, soll jede und jeder spüren.
Diese Authentizität prägt die lockere und herzliche Atmosphäre – die Leute sollen sich wohlfühlen und einfach eine gute Zeit haben. Ba ins isch villeicht net olbm olls perfekt, obo echt.
Wenn es um die Thara See-Lounge geht, hört man immer wieder vom „Fritz“. Wer ist Fritz eigentlich?
Fritz ist unser Maskottchen – eine Figur, die für Lockerheit, Humor und Persönlichkeit steht. In Wahrheit kann jede*r Fritz sein: Manchmal bin ich es selbst, manchmal ist es jemand anderes aus dem Team. Fritz zeigt, dass bei uns echte Menschen arbeiten: ehrliche Gastfreundschaft statt etwas Aufgesetztem. Mittlerweile gehört Fritz einfach zur Thara, und wenn am Ende des Abends niemand mehr so genau weiß, wer Fritz eigentlich war, war es ein guter Abend. Wenn koando me woaß wea do Fritz wor, wors a guito Oubnd.
Felix Plankensteiner steht stellvertretend für eine junge Generation von Köchinnen und Köchen, die Verantwortung übernimmt und dabei ihren eigenen Weg geht. Sein Werdegang zeigt, dass fachliches Können, Bodenständigkeit und Leidenschaft kein Widerspruch sind – Eigenschaften, die die Südtiroler Gastronomie auch in Zukunft prägen werden.
red

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Erich Sander

Kochen ist seine Berufung, die Vogelzucht seine große Leidenschaft

Seit der Gründung des Südtiroler Köcheverbandes – SKV im Jahr 1971 gehört Erich Sander dem Verband an.
FOTO: Sabine Gramm
Heute blickt der 70-jährige auf eine langjährige Mitgliedschaft zurück und auf viele Jahre ehrenamtliches Engagement: 16 Jahre lang war der leidenschaftliche Koch aus Völs am Schlern Vize-Bezirksobmann und anschließend 24 Jahre Bezirksobmann des Bezirks Schlern.
Fragt man Erich Sander, was ihm der Kochberuf bedeutet, merkt man schnell: Für ihn ist der Kochberuf weit mehr als nur ein Beruf – er war seine Berufung. Auf die Frage, ob er sich wieder für diesen Weg entscheiden würde, antwortet er, ohne zu zögern: „Ja, auf jeden Fall! Es gibt keinen kreativeren Beruf als den des Kochs.“
Seine Lehre absolvierte er im Hotel „Laurin“ in Bozen. Als Geselle und späterer Küchenchef arbeitete er in zahlreichen Betrieben im ganzen Land, in der Schweiz und auch in Österreich. Über sechs Jahre arbeitete er auch im Hotel „Wolfgang“ in Völs am Schlern. Danach führte er 13 Jahre den Gasthof „Völser Weiher“ und bis zu seiner Pensionierung 2004 leitete er seinen Betrieb Pizzeria „Sander“ in Völs am Schlern. Im Laufe seiner Karriere kreierte und verfeinerte Sander zahlreiche Gerichte. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die Almkäsesuppe im Brotlaib, die „Hexenschlucker“ (Schlutzer mit Pilzen gefüllt, Parmesan, brauner Butter und Schnittlauch) sowie gebackene Erdbeertrauben. Seine größte Leidenschaft in der Küche galt jedoch dem Wild, das er in allen Variationen am liebsten zubereitete. Privat hingegen schätzt er bis heute Knödel in ihren vielfältigsten Ausführungen.
Historische Aufnahme eines festlich angerichteten Buffets mit Erich Sander und Gästen bei einer Veranstaltung – FOTO: Sabine Gramm
Zu den schönsten Erinnerungen seiner Laufbahn zählt Sander den Gewinn der Goldmedaille beim Hellrigl-Wettbewerb an der Landesberufsschule Savoy. Gemeinsam mit seinem Team überzeugte er die Jury mit einem Gamsschinken und Zirmnussbrot. Für die Präsentation des Gerichts war eine Eisskulptur in Form des Schlerns geplant. Das dafür eingefärbte Wasser bereitete dem Team zunächst Sorgen, da sich die Farbe vom Wasser trennte und sich am Fuße der Schlern-Skulptur absetze. Doch genau dieser vermeintliche Fehler sorgte beim Drehen der Skulptur für einen überraschenden Effekt: Das Schlernplateau erschien in einem beeindruckenden Abendrot und verlieh der Präsentation eine ganz besondere Note.
Neben seiner Leidenschaft fürs Kochen begleitete Erich Sander seit seiner Jugend ein weiteres Hobby: die Vogelzucht. Ab 1992 widmete er sich dieser mit großer Hingabe und züchtete in seinen besten Jahren 35 bis 40 verschiedene Vogelarten. Mit seinen Tieren nahm er regelmäßig an Ausstellungen teil und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. In seinem erfolgreichsten Jahr gewann er mehr als 100 Goldmedaillen. Darüber hinaus errang er unter anderem den Titel des Italienmeisters und feierte zahlreiche weitere nationale und internationale Erfolge.
Erich Sander vereinte Kreativität, handwerkliches Können und Leidenschaft – sowohl in der Küche als auch in seinem außergewöhnlichen Hobby. Sein langjähriges Engagement für den Berufsstand und seine Erfolge in der Vogelzucht machen ihn zu einer Persönlichkeit, die heute weit über die Grenzen des Bezirks Schlern hinaus Anerkennung genießt.
Der Südtiroler Köcheverband – SKV möchte sich an dieser Stelle herzlichst für sein langjähriges Engagement bedanken.
ml