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Gentechnik light – und keiner sieht‘s

Was künftig im Gemüse steckt und warum es nicht draufsteht

Eine neue EU-Verordnung zielt darauf ab, bestimmte Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden, in Zukunft nicht mehr kennzeichnen zu müssen. Wird die Verordnung genehmigt, zieht sie Konsequenzen mit sich: für Einkauf, Qualität und Gästekommunikation.
FOTO: tarasyasinski – Pixabay
Der Rat der Europäische Union hat im April 2026 eine überarbeitete Regelung zu sogenannten Neuen Genomischen Techniken (NGT) angenommen. Für Küche und Gastronomie könnte sich damit mehr ändern, als auf den ersten Blick sichtbar ist – vor allem, was Einkauf, Gästekommunikation und Qualitätsversprechen betrifft.
Was sind NGTs?
Seit Jahren wird in der Europäischen Union darüber debattiert, wie bestimmte Neue Gastronomische Techniken rechtlich behandelt werden sollen. NGTs wie die CRISPR/Cas-Methode (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats) erlauben es, das Erbgut von Pflanzen gezielt zu verändern, ohne dabei Fremdgene einzuschleusen. Das unterscheidet sie grundlegend von klassischer Gentechnik (GVO).
Jetzt liegt eine erste Antwort vonseiten der EU vor, die allerdings noch der formalen Zustimmung des europäischen Parlaments bedarf. Wird die Verordnung genehmigt, könnte sie 2028 in Kraft treten.
Zwei Kategorien – zwei Regelwerke
Die Verordnung teilt NGT-Pflanzen in zwei Gruppen:
Kategorie 1 (NGT-1) umfasst Pflanzen, deren Veränderungen auch durch konventionelle Züchtung oder natürliche Prozesse hätten entstehen können. Sie werden wie traditionell gezüchtete Sorten behandelt und müssen nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden. Lediglich das Saatgut muss entsprechend gekennzeichnet werden.
Kategorie 2 (NGT-2) betrifft komplexere Eingriffe. Hier bleibt das bisherige GVO-Recht in Kraft: Zulassungspflicht, Rückverfolgbarkeit, und Kennzeichnung sind notwendig. Mitgliedstaaten können den Anbau von NGT-2-Pflanzen auf ihrem Gebiet auch untersagen.
Was das für den Einkauf bedeutet
Der entscheidende Punkt für die Gastronomie: Viele pflanzliche Zutaten könnten künftig genomisch bearbeitet sein, ohne dass das auf dem Etikett steht. Wer seinen Gästen gegenüber Transparenz zusichern will – oder auf NGT-freie Rohstoffe setzt – muss das aktiv rückverfolgen, dokumentieren und mit den Liferant:innen klären.
Ein wichtiger Fixpunkt bleibt bestehen: Bio-Produkte sind nach der EU-Öko-Verordnung weiterhin strikt gentechnikfrei. Für Betriebe, die konsequent auf Bio setzen, ändert sich in dieser Hinsicht also nichts.
Gästekommunikation wird zur Eigenverantwortung
Bislang gab es eine gesetzliche Kennzeichnung auf die man verweisen konnte, wenn Produkte genomisch editiert wurden. Stimmt das Europäische Parlament der Verordnung zu, entfällt diese Kennzeichnungspflicht bei NGT-1-Produkten. Wer künftig sagt „bei uns kommt keine Gentechnik auf den Teller“, muss das selbst belegen – über Lieferantenverträge, Herkunftsnachweise und aktives Qualitätsmanagement.
Das ist nicht unbedingt ein Rückschritt, sondern kann auch eine Chance darstellen: Betriebe, die das Qualitätsmanagement ernstnehmen, können sich damit klar von anderen Bewerber:innen abheben.
Chancen und offene Fragen
NGT-Pflanzen versprechen höhere Erntesicherheit, bessere Resistenzen gegen Klimaextreme und langfristig stabilere Rohstoffpreise. Das klingt gut – und mag es auch sein. Gleichzeitig bleiben Fragen offen: Wer hält die Patente auf diese Sorten? Welche Abhängigkeiten entstehen für Landwirt:innen und damit letztlich für die gesamte Lieferkette? Diese politischen Debatten sind noch nicht abgeschlossen.
Die neue NGT-Verordnung verschiebt Verantwortung: weg von gesetzlicher Kennzeichnung, hin zu aktivem Qualitätsmanagement in den Betrieben. Für Köche und Köchinnen bedeutet das: genauer hinschauen, gezielter fragen – und das eigene Qualitätsversprechen gegenüber den Gästen klarer formulieren als bisher.
pj

Aktuell
SKV & HGV

Ein Neuanfang setzt auf gemeinsame Tradition

Der HGV hat eine neue Führung. Das erste Treffen mit den Partnern des SKV viel positiv aus: Fokus auf gemeinsame Projekte, Aus- und Weiterbildung sowie die Stärkung des Berufsstandes
v.l.n.r. HGV-Abteilungsleiterin People & Culture Alexandra Silvestri, SKV-Geschäftsführer Reiner Münnich, SKV-Präsident KM Patrick Jageregger, HGV-Präsident Klaus Berger und HGV-Vizepräsidentin Judith Rainer – FOTO: Südtiroler Köcheverband - SKV
Im Rahmen eines offiziellen Antrittsbesuchs trafen sich die Führungsspitzen des Südtiroler Köcheverbandes - SKV und des Hoteliers- und Gastwirteverbandes - HGV, um aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten für die Südtiroler Gastronomie zu diskutieren. Das Treffen stand ganz im Zeichen eines offenen Austauschs und der gemeinsamen Zielsetzung, die Branche nachhaltig zu stärken und weiterzuentwickeln.
An dem Gespräch, bei dem aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten für die Südtiroler Gastronomie diskutiert wurden, nahmen SKV-Präsident Patrick Jageregger, HGV-Präsident Klaus Berger, HGV-Vizepräsidentin Judith Rainer, SKV-Geschäftsführer Reiner Münnich sowie Alexandra Silvestri, Leiterin der Abteilung People & Culture des HGV, teil.
Im Mittelpunkt des Treffens standen verschiedene Themenbereiche, die für die Zukunft der Gastronomie von zentraler Bedeutung sind. Dabei wurden Möglichkeiten für eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen ausgelotet. Besonderes Augenmerk galt gemeinsamen Projekten, der Förderung des gastronomischen Nachwuchses sowie der Weiterentwicklung von Aus- und Fortbildungsangeboten für Fachkräfte in Küche und Gastronomie.
Darüber hinaus wurde über die Organisation gemeinsamer Wettbewerbe und Veranstaltungen gesprochen, die dazu beitragen sollen, die Attraktivität der gastronomischen Berufe weiter zu steigern und Talente sichtbar zu machen. Beide Verbände sehen darin eine wichtige Chance, junge Menschen für eine Karriere in der Gastronomie zu begeistern und gleichzeitig die hohe Qualität der Südtiroler Gastronomie zu unterstreichen.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Thema Fachkräftesicherung. Die Teilnehmer:innen waren sich einig, dass nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure langfristig erfolgreiche Lösungen entwickelt werden können. Aus diesem Grund soll der Austausch zwischen HGV und SKV künftig weiter intensiviert werden.
Die Gesprächspartner:innen vereinbarten, sich künftig regelmäßig zu treffen, um aktuelle Entwicklungen zu besprechen, gemeinsame Initiativen voranzutreiben und Synergien bestmöglich zu nutzen. Ziel ist es, die Interessen der Gastronomiebetriebe und der Fachkräfte noch stärker zu bündeln und die Südtiroler Gastronomie gemeinsam zukunftsfit zu machen.
„Die Herausforderungen unserer Branche können wir am besten gemeinsam angehen. Der regelmäßige Dialog und die enge Zusammenarbeit zwischen HGV und SKV schaffen dafür eine wichtige Grundlage“, betont SKV-Präsident Patrick Jageregger.
Mit dem Antrittsbesuch wurde ein wichtiger Schritt gesetzt, um die Partnerschaft zwischen HGV und SKV weiter auszubauen und die Südtiroler Gastronomie gemeinsam erfolgreich in die Zukunft zu führen.
red