Young Chefs
DreiHappenHuamat

Wenn Tradition zur Praline wird

Mit ihrem Maturaprojekt „DreiHappenHuamat“ haben Anna Höfler, Lena Karnutsch und Julia Plunger ein außergewöhnliches kulinarisches Konzept entwickelt: Sie interpretieren die traditionsreiche Südtiroler Küche neu – und verpacken sie in Pralinen.
v.l.n.r. Anna Höfler, Lena Karnutsch und Julia Plunger - FOTO: Anna Höfler
Anna Höfler, Lena Karnutsch und Julia Plunger haben sich für ihr Maturaprojekt etwas Besonderes einfallen lassen. Unter dem Titel „DreiHappenHuamat“ haben sie die Südtiroler Traditionsküche in Pralinen verpackt. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, entpuppt sich als durchdachte Verbindung von Heimatverbundenheit und moderner Kreativität.
Im Zentrum des Projekts stehen ein klassisches und ein vegetarisches Menü, bestehend aus jeweils drei „Happen“. Jeder dieser „Happen“ besteht aus einer Praline, die eine Vorspeise, ein Hauptgericht oder ein Dessert im Miniaturformat darstellt. Der besondere Clou: Im Inneren verbirgt sich stets ein klassisches Südtiroler Gericht, das geschmacklich neu interpretiert wird. Unterschiedliche Konsistenzen, fein abgestimmte Aromen und kreative Teighüllen sorgen dabei für ein vielschichtiges Geschmackserlebnis.
Spargel Boznersauce Praline – FOTO: NANNLS Food
Die vegetarische Menüfolge überzeugte mit einer Terlaner Weißweinsuppe im Kartoffelteig als Auftakt. Es folgten Spargel mit Boznersauce im Paniburi-Teig sowie ein Südtiroler Bauernmuas-Parfait mit Preiselbeerkern, umhüllt von knusprigen Schokostreuseln. Das klassische Menü setzte hingegen auf Tirtlan mit Spinat-Brennnessel-Füllung im Roggenteig, eine Schlachtplatte mit Sauerkraut im luftigen Brandteig sowie Milchreis mit Rumrosinen im zarten Topfenteig als süßen Abschluss.
Begleitet wurde das Projekt auch digital: Über soziale Medien dokumentierten die Jugendlichen ihre Ideen, Entwicklungen und Fortschritte und machten das Projekt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Ein besonderer Höhepunkt war die Präsentation im Vigilius Mountain Resort am Vigiljoch. Dort konnten die Gäste die innovativen Pralinen direkt verkosten und sich selbst von der kreativen Umsetzung überzeugen.
Unterstützt vom Team des Designhotels sammelten die Projektteilnehmerinnen wertvolle praktische Erfahrungen – von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung. „DreiHappenHuamat“ zeigt eindrucksvoll, dass Tradition nicht stehen bleiben muss, sondern sich weiterentwickeln kann. So wird Heimat nicht nur bewahrt, sondern auf genussvolle Weise neu erzählt.
Anna Höfler

Young Chefs
„Let‘s Cook It“ 2026

Ran an den Herd und ab ins Ungewisse

Die 5. Auflage von „Let’s Cook It“ zeigt eine starke Leistung der europäischen Nachwuchsköchinnen und -köche. In diesem Jahr wurden gleich zwei Preise vergeben.
„Beim Let’s-Cook-It Wettbewerb sind Präzision und Ernsthaftigkeit gefragt“. – FOTO: René Federspieler
Am 9. Mai 2026 – dem Europatag – öffnete das Berufsbildungszentrum Emma Hellenstainer in Brixen zum fünften Mal seine Lehrküchen für den internationalen Kochwettbewerb „Let’s Cook It“. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Südtirol, Bayern, Tirol und Italien standen gemeinsam und gegeneinander am Herd.
Vier Stunden, drei Gänge, ein Warenkorb – und eine Mystery-Box
Die Regeln sind klar: Zwölf Zweierteams, ein bekannter Warenkorb, vier Stunden Zeit und ein Drei-Gang-Menü, das ohne Vorlauf entsteht. Seit einigen Jahren ist auch die Mystery-Box ein fixer Bestandteil: Heuer enthielt sie erstmals regionale Slow-Food-Produkte wie Ahrntaler Graukäse, Fleisch vom Villnösser Brillenschaf, Honig und Buchweizen – Zutaten mit Herkunft und Charakter, die die Köchinnen und Köche in ihre Gerichte einbauen sollten. „Wir wollen sehen, ob die jungen Köchinnen und Köche die Region verstehen“, erklärte Wettbewerbskoordinator Tobias Zanotto.
Zwei Preise, doppelte Spannung
Erstmals wurde neben dem Jurypreis auch ein Publikumspreis vergeben: 48 geladene Gäste bewerteten die Menüs direkt am Tisch. Beim Publikumspreis siegte Team ObiWan aus Südtirol (Simon Oberhofer, Gabriel Wanker) vor Team Bayerwald aus Bayern (Freya Rist, Leo Mauerer) und Team Anna & Madlen aus Tirol (Madlen Hohlrieder, Anna Blassnig).
Die Fachjury – Sternekoch Peter Girtler, KM Christian Pircher Verdorfer, KM Andreas Köhne und KM Philipp Stohner – kürte Team Chili con Chaos aus Südtirol (Raphael Klammer, Simon Raffl) zum Sieger der Let’s-Cook-It-Awards 2026. Platz zwei ging an Team Nima (Max Tauber, Nina Blasbichler), Platz drei an Team ObiWan – womit Simon Oberhofer und Gabriel Wanker gleich zweimal auf dem Podium standen.
Als Jurysieger dürfen sich Raphael Klammer und Simon Raffl auf ein Praktikum im Atelier Moessmer bei Drei-Sterne-Koch Norbert Niederkofler freuen. Zudem erhalten sie den handgefertigten Let’s-Cook-It-Award aus Laaser Marmor.
Ein Zeichen für den Nachwuchs
Der Wettbewerb wird in enger Kooperation mit dem Südtiroler Köcheverband - SKV durchgeführt; Schirmherr ist Norbert Niederkofler. SKV-Präsident Patrick Jageregger unterstrich die Bedeutung solcher Formate: „Let’s Cook It“ ist mehr als ein Wettbewerb – es ist ein Signal, dass Kochen ein Handwerk mit Zukunft ist und dass der Nachwuchs bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.“
Auch Landesrätin Magdalena Amhof zeigte sich beeindruckt: „Diese jungen Menschen gehen mit einer Ernsthaftigkeit an ihre Arbeit, die man sich nur wünschen kann. Südtirol kann stolz auf seinen kulinarischen Nachwuchs sein.“
Zum Gelingen trugen maßgeblich auch die Schülerinnen und Schüler der 1. und 2. Fachschule Service bei, die die Gäste professionell am Tisch begleiteten.
pj