Thema
Zentralküchen

Genialer Schachzug oder Anfang vom Ende der Einzigartigkeit?

Eine zentralisierte Produktionsküche für mehrere Hotels – was in der Schulverpflegung längst Standard ist, hält nun Einzug in die Hotellerie. Südtirol, Treiber des kulinarischen Tourismus in Europa, steht vor einer grundlegenden Frage: Lässt sich der akute Fachkräftemangel durch zentralisierte Küchenstrukturen lösen ohne das zu opfern, was Gäste eigentlich suchen?
FOTO: Fabrizio Magoni
Der Herd steht kalt. Nicht weil die Gäste ausbleiben, sondern weil die Köch:innen fehlen. In Südtirol, einer der dichtesten Tourismusregionen Europas mit über 37 Millionen Nächtigungen pro Jahr, ist der Fachkräftemangel in der Küche längst zur strukturellen Krise geworden. Hotels kürzen die Speisekarte, reduzieren Öffnungszeiten oder schließen ganze Bereiche. Eine Antwort auf diesen Notstand gewinnt derzeit zunehmend an Kontur: die Zentralküche für mehrere Betriebe.
Das Prinzip klingt bestechend einfach. Eine zentral gelegene Produktionsküche produziert die Gerichte für mehrere Hotels einer Region. Im Hotel selbst wird nur noch finalisiert, angerichtet und serviert. Weniger Köch:innen nötig, höhere Auslastung der Produktionsanlagen, standardisierte Qualität und – so die Theorie – Zeit und Ressourcen für das, was wirklich zählt: die Begegnung zwischen Gast und Gastgeber:in am Tisch.
Der Druck ist real – und wächst
Rund 30.000 Mitarbeiter haben die österreichische und Südtiroler Gastronomie in den vergangenen Jahren verlassen, um in andere Branchen zu wechseln. Was die Corona-Pandemie beschleunigte, war strukturell schon lange angelegt: Die junge Generation will andere Arbeitszeiten, andere Wertschätzung, eine andere Lebensbalance. Wer heute eine Stelle für eine Küchenchefin oder einen Küchenchef ausschreibt, wartet mitunter monatelang. Das Fachpersonal hat die Qual der Wahl und ist in manchen Fällen auch entsprechend schnell wieder weg.
In Südtirol kommt ein zweites Problem hinzu: Ausländische Fachkräfte, auf die die Branche jahrzehntelang setzte, kehren verstärkt in ihre Herkunftsländer zurück. Verbesserte Lebensbedingungen in Osteuropa, gestiegene Löhne in der Heimat – Südtirol verliert seinen Lohnvorteil. Die Hoteldichte bleibt hoch, das Personal wird dünner.
Klaus Ennemoser, Wirtschaftsberater und Spezialist für Hotelbetriebe, skizzierte bereits 2022 das Modell der regionalen Produktionsküche als Ausweg. Sein Ansatz: Menüs werden in definierten Qualitätsstufen – vom Einstiegsniveau bis zum Fünf-Sterne-Standard – zentral produziert, auf Vorbestellung bereitgestellt und geliefert. Im Hotel kann dann nach eigenen Rezepten verfeinert werden.
Südtirol schaut genau hin
Dass das Thema in Südtirol angekommen ist, zeigt die Aufmerksamkeit, die es erhält: Im Oktober 2025 organisierte der Hoteliers- und Gastwirteverband HGV eine zweitägige Technologiereise unter dem Titel „Revolution am Herd: Wer kocht zukünftig in der Gastro- und Hotelküche?“. Dabei durften Südtirols Hoteliers hinter die Kulissen zweier Zukunftsmodelle blicken: In Hall in Tirol studierten sie den Einsatz von Küchenrobotern, in Ulm wurde die Zentralküche unter die Lupe genommen.
Im Hotel LAGO in Ulm hat Thomas Eifert, ausgebildeter Koch und Lebensmitteltechnologe, aus einer klassischen Großküche einen professionellen Lebensmittelhersteller entwickelt. Heute beliefert er neben fünf eigenen Lokalen auch Cateringbetriebe, Schulen und Kliniken – mit eigener Metzgerei, Bäckerei, Patisserie, Brauerei und Teigwarenproduktion unter einem Dach. Ein Modell, das Größenvorteile konsequent nutzt.
Pioniere im eigenen Haus
Manche Südtiroler Betriebe haben ebenfalls auf die veränderten Bedingungen reagiert– nicht mit Zentralküchen, aber entlang derselben Frage: Wie koche ich professionell mit weniger Personal? Im traditionsreichen Hotel Schwarzer Adler setzt Chefkoch Juri Sellaro auf drei internetgestützte Küchengeräte, die autonom bis zu 1.500 Rezepte nachkochen können. Das Ergebnis: Im Schwarzen Adler wird auch nachts ohne Küchenbrigade produziert. Kein zentralisiertes Netzwerk, aber dieselbe Logik – Systematisierung ersetzt Personalaufwand.
Die andere Seite der Waage
Was einig als Effizienzgewinn feiern, sehen viele Köchinnen, Köche und Hoteliers mit Unbehagen. Und das nicht ohne Grund. Südtirol hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als kulinarisches Qualitätszentrum des Alpentourismus etabliert. 21 Michelin-Sterne, eine außergewöhnliche Dichte an Hauben-Restaurants, ein Selbstbild, das tief mit regionaler Küche, saisonalen Produkten und handwerklichem Können verknüpft ist. Wird jetzt ein Teil der Produktion automatisiert oder ausgelagert, wird diese Identität – und mit ihr das Ansehen des Kochberufs – kompromittiert“. Was bleibt von dieser Identität, wenn die Sauce im Großbehälter ankommt und im Hotel nur noch erwärmt wird? Was erzählt der Kellner dem Gast, wenn dieser nach der Herkunft des Gerichts fragt – und die ehrliche Antwort „ein Produktionszentrum dreißig Kilometer entfernt“ ist? Die Zentralküche mag ein Problem des Fachkräftemangels lösen. Sie schafft gleichzeitig ein neues: die authentischen Geschichten hinter einem Teller gehen verloren.
SKV-Präsident KM Patrick Jageregger formuliert es so: „Was Gäste heute suchen, ist nicht das perfekte Gericht – das finden sie überall. Sie suchen die Person dahinter, den Ort, die Geschichte. Zentralisierung ist die Sprache der Effizienz. Kulinarischer Tourismus spricht eine andere.“ Hinzu kommt ein handwerkliches Argument, das in Köch:innenkreisen besonderes Gewicht hat: Das Können entsteht durch tägliche Praxis. Wenn in der Küche nur noch angerichtet wird, verkümmert die handwerkliche Kompetenz. Die nächste Generation von Köchinnen und Köchen lernt nicht mehr am Herd, sondern am Anrichtetisch und verliert somit schleichend jene Skills, die das Berufsbild prägen und attraktiv machen.
Hybridmodelle als Ausweg?
Die ehrlichste Antwort auf die Frage, ob Zentralküchen Fluch oder Segen sind, lautet vermutlich: Es kommt darauf an. Auf die Kategorie des Hauses, auf das Gästesegment, auf das Selbstverständnis des Betriebs. Ein Stadthotel mit Kongresskunden, das täglich 400 Couverts produziert, hat andere Anforderungen als ein Berghotel, das seinen Gästen die Südtiroler Küche als Erlebnis verkauft.
In Deutschland zeigt das „Bistro Mitte“ im Fünf-Sterne-Hotel Grand Hyatt Berlin, wie ein Hybridmodell funktionieren kann: Beilagen und Saucen werden nach eigenen Originalrezepten außer Haus produziert; das Küchenpersonal im Haus konzentriert sich auf kreative, sichtbare Elemente. Das Ergebnis: Das Bistro Mitte kommt mit drei statt acht Köche:innen aus – ohne spürbaren Qualitätsverlust für die Gäste.
Solche Modelle verweisen auf eine differenziertere Zukunft: Nicht die vollständige Auslagerung, sondern die strategische Entscheidung, welche Elemente zentralisiert werden können, ohne das kulinarische Versprechen des Hauses zu brechen. Tiefziehteig aus der Zentralküche – ja. Das Graukas-Gröstl mit Heu vom benachbarten Bergbauernhof – nein.
Was die Branche jetzt entscheiden muss
Die Weichen werden jetzt gestellt. Die Frage ist, ob die Branche dabei als bloße Empfängerin technischer Lösungen auftritt – oder selbst definiert, was sie zu schützen bereit ist.
Denn am Ende geht es nicht nur um Betriebswirtschaft. Es geht um das Bild, das Südtirol von sich selbst hat und das es nach außen trägt. Um die Überzeugung, dass der Teller mehr erzählt als seine Zutaten. Und um Köchinnen und Köche, die ihren Beruf nicht als Produktionsfaktor verstehen, sondern als Handwerk mit Seele.
Die Zentralküche kann ein kluger Schachzug sein – wenn sie als Werkzeug eingesetzt wird, nicht als Ersatz. Die Einzigartigkeit ist nicht verloren, solange entschieden wird, was verteidigt werden muss.
pj

Thema
Olympia

1.600 Höhenmeter, dutzende Nationen, ein Herd

Der Küchenchef der olympischen Küche in Antholz, KM Thomas Kostner, über eines der spannendsten Caterings seiner Karriere.
KM Thomas Kostner – FOTO: Südtirol Kurse
Während die Welt vom 8. bis zum 21. Februar 2026 auf die Südtirol Arena in Antholz blickte und die besten Biathletinnen und Biathleten der Welt auf 1.600 Metern Höhe um olympische Medaillen kämpften, lief hinter den Kulissen, in der Küche, ein ebenso anspruchsvolles Hochleistungsprogramm ab. Die Biathlon-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele in Antholz stellten die kulinarische Infrastruktur vor riesige Herausforderungen: Zehntausende Menschen – Athlet:innen, Betreuer:innen, Mitarbeitende, Medienschaffende und Zuschauer:innen – mussten täglich verpflegt werden.
Das Küchenteam – FOTO: Christian Flora
Das Catering-Konzept von Karl Telfser, Inhaber der Karl Telfser GmbH, setzte dabei auf konsequente Regionalität und verzichtete bewusst auf Fertigprodukte – ein klares Bekenntnis zur Südtiroler Küche als Identitätsträgerin auf der größten sportlichen Bühne der Welt.
Küchenchef in Telfsers Team war KM Thomas Kostner. Was es bedeutet, unter olympischem Druck, vor alpiner Kulisse und für so viele Menschen zu kochen, davon erzählt der Koch, Patissier und Foodstylist im Interview.
Thomas, du warst Küchenchef bei den olympischen Spielen in Antholz. Wie war das Catering dieses riesigen Events organisiert?
Thomas Kostner: Die Vorproduktion erfolgte zentral am Firmensitz von Karl Telfser in Lana, wo ein Teil der Speisen vorbereitet wurde. Die finale Produktion und Ausgabe fand direkt im Olympia-Areal in Antholz in einer zentralen Küche statt und wurde dort täglich frisch zubereitet. Die Ausgabe und der Service erfolgten dann an insgesamt neun Stationen – darunter Restaurants, VIP-Bereiche, Festzelt und Kioske.
Wer hat die Koordination übernommen und wie war dein Team aufgestellt?
Die Koordination lag bei Karl Telfser, der als Gesamtleiter Food & Beverage die kulinarische Planung verantwortete. Mein Aufgabenbereich als Küchenchef bestand darin zusammen mit KM Martin Morandell, die operative Umsetzung in der Küche sowie der Getränkelogistik sicherzustellen – von der Produktionsplanung über die Personalführung bis hin zur Qualitätssicherung. Unser Team umfasste rund 45 Mitarbeitende aus Küche, Ausgabe und Logistik, die präzise aufeinander abgestimmt arbeiteten.
Aufgrund der Saisonspause im Burggrafenamt waren viele erfahrene Köchinnen und Köche im Team, die auch schon bei Weltcup-Veranstaltungen mit dabei waren. Darunter David Ruepp und Patrick Delmonego (Souchefs vom Hotel Castel), Christian Flora (Küchenchef vom Golserhof), Philipp Pfattner (Patissier im Hotel Castel Fragsburg), Martin Burger (Küchenchef vom Hotel Bavaria), Michael Laimer (vom Restaurant Helener Pichl) und viele weitere.
Wann begann die konkrete Planung für Olympia?
Offiziell startete die Detailplanung etwa ein Jahr vor den Spielen. In Wahrheit laufen die Vorbereitungen für ein Projekt dieser Größenordnung deutlich länger. Bereits bei den Weltcup-Veranstaltungen der letzten Jahre haben wir immer wieder überlegt, wie gewisse Abläufe und Strukturen bei der Olympiade organisiert werden können.
Die Vorgaben des Olympischen Komitees zu Menüs, Nährwerten und Ernährungsformen kamen dann früh genug, um Mengen zu kalkulieren, Diäten berücksichtigen und nationale Besonderheiten einplanen zu können.
Wie habt ihr die Logistik der Warenbeschaffung auf 1.600 Metern Höhe gelöst?
Das war eine der zentralen Herausforderungen. Aufgrund der eingeschränkten Zufahrtszeiten – vier Stunden vor Rennbeginn durfte kein Fahrzeug mehr verkehren – musste jede Lieferung exakt getaktet sein.
Habt ihr dafür mit lokalen Liferant:innen zusammengearbeitet?
Ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts war die konsequente Regionalität. Wir haben überwiegend mit Südtiroler Produzent:innen und Lieferant:innen gearbeitet und bewusst auf hochwertige, regionale Produkte gesetzt. Das war nicht nur ein logistischer Vorteil, sondern auch ein klares kulinarisches Statement: Südtirol als Gastgeberregion sollte sich authentisch in den Gerichten und auf dem Teller widerspiegeln.
Das Konzept des olympischen Komitees (IOC) „Food for Fuel“ setzt auf individualisierte Nährstoffprofile. Was müssen wir uns darunter vorstellen und wie hat sich dieser Anspruch auf eure Arbeit ausgewirkt?
Die Gerichte für Athlet:innen und Funktionär:innen unterlagen genauen Vorgaben zu Nährwertprofil, Zusammensetzung und Kennzeichnung. Diese wurden bereits im Vorfeld sehr genau durchgegeben und während der Wettkämpfe immer wieder kontrolliert.
Carbonararavioli | Lauchstreifen | Speck G.G.A. – FOTO: Thomas Kostner
Der direkte Austausch mit einzelnen Athlet:innen war naturgemäß begrenzt, auf spezielle Wünsche sind wir aber immer wieder eingegangen. Weiters war klar: Jede Mahlzeit muss funktional, ausgewogen und leistungsunterstützend sein.
Biathlon ist eine Ausdauersportart mit hohem Energiebedarf. Wie unterschied sich die Versorgung der Athlet:innen von dem, was du für VIP-Gäste oder Medienschaffende gekocht hast?
Die Mahlzeiten der Sportler:innen waren klar leistungsorientiert: kohlenhydratbetont, mit jeweils einer Proteinkomponente, leicht verdaulich, präzise abgestimmt auf Belastung und Regeneration.
Im VIP-Bereich lag der Fokus stärker auf Genuss, Regionalität und Präsentation. Dort konnten wir die Südtiroler Küche emotionaler inszenieren. Von Fingerfood über Südtiroler Aufschnitt-Spezialitäten, kalte und warme Gerichte bis hin zu einer großen Auswahl an verschiedenen Desserts und Petit Fours.
Gab es Momente, in denen du eine kulinarische Lösung für eine sehr spezifische Anforderung finden musstest?
Ja, es gab durchaus Situationen, in denen schnelle und lösungsorientierte Entscheidungen gefragt waren. Für die Mitarbeitenden war beispielsweise seitens des IOC eigentlich kein Fleischgericht vorgesehen. Plötzlich erhielten wir jedoch die Anweisung des Komitees in Antholz, ab sofort zusätzlich ein Fleischgericht anzubieten; mitten im laufenden Service, gegen 12.30 Uhr! Die Planung für die Versorgung von rund 800 Personen musste sofort umgestellt werden. Weil wir Reserven eingeplant und im Vorfeld bereits eventuelle Änderungen vorausgesehen hatten, konnten wir schnell reagieren. Innerhalb einer halben Stunde hatten wir die Situation gelöst!
Ein anderes Mal wurde kurzfristig eine Geburtstagstorte für ein Team von rund 80 Personen angefragt. Dank Sieglinde Pircher vom Backatelier „100 Grad“ konnten wir auch hier schnell reagieren. Solche Momente zeigen, wie wichtig Teamarbeit und ein gutes Netzwerk sind – gerade bei einem Event in dieser Größenordnung.
Was war die größte handwerkliche Herausforderung – Temperatur, Mengen, Taktung der Rennzeiten, oder etwas ganz anderes?
Definitiv die Mengen und die Koordination der Mitarbeitenden an den verschiedenen Stationen. Bei mehreren Tausend ausgegebenen Portionen pro Tag entscheidet eine gute Organisation über den Erfolg. Die Rennzeiten gaben den Rhythmus vor. In diesen Zeitfenstern musste alles reibungslos funktionieren. Das bedeutet exakte Vorbereitung, klare Kommunikation und absolute Disziplin im Ablauf.
Beim Event-Catering in diesem Maßstab bleibt oft wenig Raum für Kreativität. Wo hattest du dennoch die Möglichkeit, als Koch eine eigene Handschrift einzubringen?
Im klassischen Sinne ist der kreative Spielraum bei einem Event dieser Größenordnung begrenzt. Trotz einer Reihe von Vorgaben konnten wir im Bereich der regionalen Interpretation Akzente setzen – etwa beim Zusammenstellen der Menüs, durch die Auswahl der Produzent:innen, die Qualität der Rohstoffe und eine saubere, handwerklich präzise Umsetzung. Qualität ist letztlich auch eine Form der Handschrift.
Wie habt ihr Qualitätskontrolle auf diesem Niveau organisiert? Gab es standardisierte Prozesse oder verlässt man sich bei einem so eingespielten Team auf Erfahrung und Vertrauen?


Wir arbeiteten mit klar definierten Prozessen und Standards – Menüpläne,

Bestelllisten, HACCP-Kontrollen, usw. ... Gleichzeitig waren Vertrauen und Zusammenarbeit in einem eingespielten Team entscheidend. Erfahrung, Professionalität und gegenseitige Verlässlichkeit sind bei einem solchen Projekt mindestens so wichtig wie jede Checkliste.
Antholz kennt den Biathlon Weltcup gut, Olympia ist aber Neuland: Was waren die spürbaren Unterschiede in der Atmosphäre, im Druck, in den Anforderungen?
Die Olympische Winterspiele waren in jeder Hinsicht eine andere Dimension als ein Weltcup-Event. Die Dauer der Veranstaltung, die internationale Aufmerksamkeit sowie die Vielzahl an Stationen und Ausgabepunkten haben die Komplexität deutlich erhöht.
Ein wesentlicher Unterschied war zudem das deutlich internationalere und hochrangigere Gästeklientel. Neben Sportler:innen und IOC-Funktionär:innen durften wir Persönlichkeiten wie den schwedischen König Carl XVI Gustaf, den Prinzen von Monaco Albert II oder den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier begrüßen. Darüber hinaus waren italienische und internationale Regierungsvertreter:innen und zahlreiche Sport-Persönlichkeiten vor Ort, Jürgen Klopp zum Beispiel!
Was nimmst du aus diesem Einsatz für deinen normalen Küchenalltag mit?
Vor allem die Erkenntnis, wie entscheidend Struktur, Vorbereitung und Teamführung sind – immer gepaart mit einer gewissen Flexibilität.
Und zum Schluss: Was war ein Moment bei diesen Spielen, den du als Koch nie vergessen wirst?
Unvergessen bleibt für mich der Kontrast zwischen der sportlichen Höchstleistung auf der Strecke und unserer Höchstleistung in der Küche. Während im Stadion um Medaillen gekämpft wurde, haben wir im Hintergrund mit Akribie und Konzentration gearbeitet. Zu wissen, dass unser Beitrag Teil dieses großen Ganzen war, hat mich tief beeindruckt. Dieser Gedanke – ein kleines, aber wichtiges Zahnrad in einem olympischen Gesamtwerk zu sein – bleibt und ist eine Erfahrung, die ich als Koch nie vergessen werde und die mich sehr dankbar macht.
pj