Küchenhumor

Eine einfache Terrine für die High Society, was soll da schon schiefgehen?

Für Egon Heiss 2002 in London: alles. Statt ruhiger Küchenroutine wartete frühmorgens plötzlich ein Einsatz, der eher nach Actionfilm klang als nach Fine Dining. Egons Geschichte zeigt: In der Welt der Gastronomie sind es oft die kleinen Missgeschicke, die die größten Geschichten und köstlichsten Erinnerungen schaffen.
FOTO: © Hannes Niederkofler
Es war im Frühling 2002. Ich arbeitete damals im Private Dining Club bei Chef Mosimann. Der Private Dining Club war sowohl Treffpunkt für die Londoner High Society als auch für die Royal Family und deren Gäste. Wir planten damals einen sehr wichtigen Lunch für eine Königsfamilie aus Afrika.
Ich erinnere mich noch gut: Herr Mosimann wollte, dass ich eine Terrine aus Pilzen, Trüffeln und Taube herstelle. Er meinte, ich sollte es machen, da ihm meine Terrinen immer am besten gefallen und geschmeckt hatten. Da wir am Tag vor dieser Feier enorm viel Arbeit hatten, fehlte mir schlicht die Motivation, um 23.30 Uhr noch mit der Terrine zu beginnen. Weil ich die Abläufe gut kannte, glaubte ich alles am nächsten Morgen schaffen zu können: Ich plante um 6.00 Uhr früh in die Küche zu kommen und noch vor der Ankunft des restlichen Teams alles vorzubereiten.
Am nächsten Morgen brach ich also sehr früh auf. Doch als ich am Belgrave Square ankam, stellte ich mit Schrecken fest, dass das gesamte Viertel komplett von der Polizei abgeriegelt war. Ich sprang kurzerhand über die Absperrbänder, um zum Restaurant zu gelangen – woraufhin mir sofort zwei Polizisten nachliefen und mich zurückbrachten. Völlig geschockt erklärte ich ihnen, dass ich dringend ins Restaurant müsse, um die Terrine einzusetzen.
Die Beamten erklärten mir dann, dass wegen einer unbeaufsichtigten Tasche ein Bombenalarm ausgelöst worden war und niemand das Gebiet betreten durfte. Das Viertel blieb noch zwei Stunden gesperrt. Erst danach konnten wir zurück ins Restaurant – doch die Terrine entsprach dann leider weder meinen eigenen Ansprüchen noch jenen des Chefs.
Dieses Missgeschick hat mich schnell gelehrt, besser zu planen und mögliche Fremdfaktoren immer mitzudenken.
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Richtiges Handeln
Ein Leitfaden für Köchinnen und Köche

Zwischen Klinge und Chaos

Amputationsverletzungen in Küchen sind selten, aber im Ernstfall zählt jede Minute.
FOTO: KI generiertes Bild
UNFALLURSACHEN
Wo es in der Küche schnell gefährlich wird
Professionelle Küchen sind effizient organisiert – doch gerade dort, wo Geschwindigkeit und Präzision zusammentreffen, entsteht auch Risiko:
Scharfe Messer: Ausrutscher beim schnellen Schneiden, rutschige Schneidbretter, herunterfallende Klingen.
Maschinen: Aufschnittmaschinen, Gemüseschneider, Fleischwölfe und Knochensägen. Häufige Ursache: Reinigung oder Blockade ohne vollständiges Abschalten.
Hektik & Müdigkeit: Lange Schichten, Stress, fehlende Konzentration.
SKV-Tipp !
„Sicherheit ist kein Zeitverlust – sondern die Voraussetzung für ein funktionierendes Team.“
PRÄVENTION
Die beste Erste Hilfe ist jene, die gar nicht gebraucht wird
Ein sicherer Arbeitsalltag beginnt lange vor dem Unfall. Besonders wirksam sind:
Sichere Messerarbeit
Messer immer scharf halten
Rutschfeste Unterlagen verwenden
Schneidetechnik vom Körper weg
Messer niemals im Spülbecken liegen lassen
Maschinen unter Kontrolle
Nur geschultes Personal bedienen lassen
Sicherheitsabdeckungen niemals entfernen
Geräte erst reinigen, wenn sie komplett stehen
Regelmäßige Wartung dokumentieren
Team-Organisation
Klare Zurufe („Achtung heiß!“, „Hinter dir!“)
Ordnung auf engem Raum
Ausreichende Beleuchtung
IM ERNSTFALL
Richtig handeln rettet Gewebe und reduziert Folgeschäden
Schwere Schnitt- oder Amputationsverletzungen sind eine Ausnahmesituation – doch mit den richtigen Schritten können Laienhelfer viel bewirken. Die folgenden Maßnahmen entsprechen allgemeinen Erste-Hilfe-Leitlinien internationaler Rettungsorganisationen.
1. Blutung stoppen
Sofort Druck auf die Wunde ausüben
Sterile Kompresse oder sauberes Tuch verwenden
Bei sehr starker Blutung: Druckverband verstärken
Hand oder Arm über Herzhöhe lagern
2. Das abgetrennte Körperteil richtig sichern
Die richtige Kühlung entscheidet oft über den Erfolg einer Replantation.
So geht’s richtig (Bag-in-Bag-Methode):
Abgetrennten Teil nicht waschen oder desinfizieren
In eine saubere/sterile Kompresse wickeln
In einen wasserdichten Beutel geben
Diesen Beutel in einen zweiten Beutel mit Kaltwasser oder Eis legen
Kein direkter Kontakt zwischen Gewebe und Eis
Merksatz:
„Kühl – aber nicht gefroren.“
3. Notruf 112 wählen
Folgende Angaben helfen dem Rettungsdienst:
Art der Verletzung (z. B. Fingeramputation)
Welcher Finger / welcher Teil
Stärke der Blutung
Zustand des Patienten


4. Schock vorbeugen
Verletzte Person beruhigen
Warm halten
Hinsetzen oder hinlegen lassen
Auf Symptome wie Blässe, Zittern oder Schwindel achten
Kühl gelagerte Körperteile können oft deutlich länger erfolgreich replantiert werden als ungekühlte. Zudem lassen sich durch korrekt angelegte Druckverbände Folgeschäden verringern. Amputationsverletzungen sind glücklicherweise selten – aber sie gehören zu den ernsten Risiken eines Küchenbetriebs. Deshalb sollten alle Mitarbeiter wissen, wie sie reagieren müssen. Prävention, klare Abläufe und regelmäßige Erste-Hilfe-Schulungen sind nicht nur Pflicht, sondern essenziell für Sicherheit, Teamstärke und Professionalität.
Der Südtiroler Köcheverband - SKV empfiehlt allen Küchenbrigaden, Sicherheits- und Erste-Hilfe-Trainings regelmäßig zu aktualisieren.
Hier können Sie das A4 Plakat herunterladen


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