Events
The Mountain Chef Unplugged

Ein Wettbewerb mit Haltung geht zu Ende

Mit der Jubiläumsausgabe 2025 fand „The Mountain Chef Unplugged“ seinen bewussten Abschluss – und hinterlässt ein starkes Zeichen für Handwerk, Nachwuchsförderung und regionale Kochkultur.
Volle Konzentration bei Max Tauber – FOTO: Südtiroler Köcheverband - SKV
Über viele Jahre hinweg war The Mountain Chef Unplugged weit mehr als ein Kochwettbewerb. Was aus einer Idee der Bergbahnen Schwemmalm gemeinsam mit dem Tourismusverein Ulten entstand, entwickelte sich zu einem der charakterstärksten Nachwuchsformate der Südtiroler Gastronomie. Der Südtiroler Köcheverband - SKV hat den Wettbewerb von Beginn an mitgetragen, fachlich begleitet, organisiert und maßgeblich geprägt.
Mit der Jubiläumsausgabe 2025 ging dieses besondere Format nun zu Ende.
Reduktion als Prinzip
Das Konzept war von Anfang an klar: Kochen ohne Strom, unter freiem Himmel, auf Holzherden – reduziert auf das Wesentliche. In einer Zeit zunehmender Technisierung setzte The Mountain Chef Unplugged bewusst ein Zeichen für das klassische Kochhandwerk. Temperaturen mussten gespürt, Garzeiten gelesen, Entscheidungen mit Erfahrung getroffen werden.
Gerade diese Reduktion machte den Wettbewerb so anspruchsvoll – und zugleich so wertvoll für die Ausbildung junger Köchinnen und Köche.
Nachwuchsförderung mit Substanz
Der Südtiroler Köcheverband - SKV stellte sicher, dass aus einer Idee ein fachlich fundierter Wettbewerb wurde. Auswahl der Teilnehmenden, Wettbewerbsregeln, Juryarbeit und Ablauf lagen in der Verantwortung des SKV, der dem Format Professionalität, Fairness und Ausbildungsrelevanz verlieh.
Für viele junge Talente war das Event The Mountain Chef Unplugged ein prägender Meilenstein: eine Bühne, auf der nicht Schnelligkeit oder Effekte zählten, sondern Handwerk, Produktverständnis und Persönlichkeit.
Region als Bühne und Auftrag
Ein zentrales Element des Wettbewerbs war stets die tiefe Verwurzelung in der Region Ulten und in Südtirol. Die Warenkörbe spiegelten die alpine Produktvielfalt wider und forderten einen bewussten, respektvollen Umgang mit regionalen Lebensmitteln.
Die Schwemmalm wurde dabei nicht nur Austragungsort, sondern Sinnbild: für Ursprünglichkeit, Nachhaltigkeit und eine Küche, die Landschaft und Kultur ernst nimmt.
Ein würdiger Abschluss
Die Jubiläumsausgabe 2025 markierte zugleich den letzten Durchgang von The Mountain Chef Unplugged auf der Schwemmalm. Der Titel ging an Jonas Veith, der stellvertretend für all jene jungen Köchinnen und Köche steht, die über die Jahre Mut, Können und Leidenschaft bewiesen haben.
Der Abschluss des Wettbewerbs erfolgt bewusst und mit großer Wertschätzung gegenüber allen Beteiligten – Veranstaltern, Unterstützern, den vielen jungen Talenten und den zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die das Event über die Jahre hinweg tatkräftig unterstützt haben und ohne deren Engagement ein reibungsloser Ablauf nicht möglich gewesen wäre.
Ein großes Dankeschön
Der Südtiroler Köcheverband - SKV bedankt sich ausdrücklich bei den Bergbahnen Schwemmalm sowie beim Tourismusverein Ulten, die als Ideengeber und Veranstalter den Grundstein für dieses außergewöhnliche Format gelegt haben und über Jahre hinweg mit Engagement und Überzeugung dahinterstanden. Ein ebenso herzlicher Dank gilt dem Ultental, das mit seiner Landschaft, Gastfreundschaft und regionalen Identität dem Wettbewerb seine unverwechselbare Bühne verliehen hat. Nicht zuletzt richtet sich der Dank an die langjährigen Sponsoren und Partner, deren Unterstützung The Mountain Chef Unplugged in dieser Qualität erst möglich gemacht hat. Ihr Beitrag war ein wesentlicher Bestandteil des nachhaltigen Erfolgs dieses Wettbewerbs. Und vor allem gilt ein großer Dank allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die Jahr für Jahr ihre Zeit, Energie und Begeisterung eingebracht haben – ohne sie wäre dieses Event nicht das geworden, was es heute ist.
Der Blick nach vorne
Auch wenn The Mountain Chef Unplugged Geschichte ist, bleibt die Nachwuchsförderung ein zentrales Anliegen des Südtiroler Köcheverbandes - SKV. Der SKV steht bereits in den Startlöchern für eine neue Wettbewerbsreihe für junge Köchinnen und Köche, die ab 2027 neue Impulse setzen soll.
Mit frischen Ideen, zeitgemäßen Formaten und derselben klaren Haltung wird der Verband auch künftig Plattformen schaffen, auf denen sich der kulinarische Nachwuchs messen, entwickeln und sichtbar werden kann – im Sinne eines starken Berufsstandes und einer lebendigen Südtiroler Kochkultur.
Also seid gespannt.
Philip Hafner
SKV-Bezirksvertreter Burggrafenamt

Nachlese
Arbeitstreffen der europäischen Kochverbände in Berlin

Ein wichtiger Schritt zu engerer Zusammenarbeit

Die drei großen europäischen Zusammenschlüsse der Kochverbände, Koch G5, Nordic Chefs Association und Home Nations trafen sich in Berlin zu einem intensiven Arbeitstreffen.
v.l.n.r. SKV-Geschäftsführer Reiner Münnich, Koch G5-Präsident Daniel Schade, Kokkeforeningen Danmark-Präsident Thomas Riis, Icelandic Chefs Association-Präsident Thorir Erlingsson, Culinary Association of Wales-Präsident Arwyn Watkins, Culinary Association of Wales-Sekretärin Vicky Watkins, Vatel Luxemburg-Präsident Ben Schneider, Schweizer Kochverband - SKV-Präsident Thomas Nussbaumer und Worldchefs Continental Director und Präsident des VKÖ Mike Pans – FOTO: Koch G5
Ein zentrales Thema war der Worldchefs Congress 2026, der vom 6. bis 19. Mai 2026 in Newport (Wales) stattfinden wird. Arwyn Watkins, Präsident der Culinary Association of Wales, informierte die Teilnehmenden über den aktuellen Stand der Vorbereitungen.
Die Agenda der Sitzung umfasste eine breite Palette an Zukunftsthemen. Besonders im Fokus stand die Frage, wie europäische Kochverbände noch stärker voneinander lernen und den Austausch in den Bereichen Wettbewerbe und Weiterbildung verbessern können.
Dabei wurde ein neuen Konzeptes gegen den Fachkräftemangel vorgestellt: Ben Weber (Vatel Luxemburg) präsentierte gemeinsam mit Christian Thoma die Idee einer europäischen Austauschplattform für junge Berufsleute. Diese soll geprüfte Betriebe vernetzen und durch nationale Verbände qualitätsgesichert werden. Thomas Riis (Kokkeforeningen Danmark) verwies auf erfolgreiche Förderprogramme aus Dänemark als mögliches Vorbild.
Auch aus Südtiroler Sicht wurden wichtige Impulse gesetzt. Mike Pansi, Worldchefs Continental Director und Präsident des VKÖ, erläuterte die geplante neue europäische Struktur von Worldchefs. Die Einteilung in Nord-, Mittel- und Südeuropa wurde von allen Delegierten als sinnvoll erachtet.
SKV-Geschäftsführer Reiner Münnich unterstrich in diesem Kontext die klare Präferenz Südtirols für eine Zuordnung zu Central Europe, begründet durch Sprache, Mentalität, Bildungssystem und kulturelle Nähe.
Zum Abschluss wurden konkrete Perspektiven für das kommende Jahr diskutiert. Ziel ist es, gemeinsame Projekte zu entwickeln, die junge Köchinnen und Köche fördern und den europäischen Wissensaustausch stärken. Das Treffen zeigte deutlich, dass die Kulinarik ein verbindendes Element in Europa ist und die Verbände partnerschaftlich an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten.
red / rm