Kochkunde
Schnitzel-Drama auf dem Teller
Wenn Wiener Höflichkeit auf Mailänder Diva trifft – und Köche sich im Menü vertun

Wienerschnitzel vs. Cotoletta alla milanese – FOTO: KI generiertes Bild
Man könnte meinen, das Wiener Schnitzel und die Cotoletta alla milanese seien Zwillinge, getrennt bei der Geburt. In Wirklichkeit sind sie eher entfernte Cousins, die sich zufällig auf einer Familienfeier wiedersehen – und sofort anfangen, sich über Panade, Fett und Etikette zu streiten.
Das Wiener Schnitzel ist der höfliche Wiener Herr: dünn geklopft, dezent in Mehl, Ei und Semmelbröseln gewälzt, in Butterschmalz gebadet. Goldbraun, knusprig, elegant – ein bisschen selbstverliebt vielleicht, aber immer charmant. Jeder Gasthof, jedes Restaurant hat sein Geheimrezept, und wehe, jemand wagt, die Panade zu dick zu machen.
Die Cotoletta alla Milanese ist die italienische Diva: ebenfalls Kalb, ebenfalls dünn geklopft – aber die Panade sitzt dicker, Fett darf großzügiger sein, Olivenöl, Butter, manchmal beides. Mit Knochen serviert, dramatisch auf dem Teller präsentiert – sie schreit: „Seht her, ich bin sündhaft lecker, und das weiß ich!“
Und jetzt zur kulinarischen Verwirrung: Wer schon einmal italienische Übersetzungen der Menüs studiert hat, kennt das Phänomen. Plötzlich steht dort „Cotoletta alla Milanese“, und man bekommt… ein Wiener Schnitzel. Ja, manche Kolleginnen und Kollegen schaffen es, auf einem Teller das Wiener Schnitzel zu servieren und es gleichzeitig als Mailänder Original auszugeben. Herzlichen Glückwunsch, Innovation in der Küchenwelt. Wer braucht schon Fakten, wenn man Drama auf dem Teller haben kann?
Das ist übrigens kein harmloser Fauxpas. Ein Wiener Schnitzel bleibt höflich, dezent und korrekt. Eine Cotoletta alla Milanese bleibt extravagant und mutig. Beides zu vertauschen, ist ungefähr so, als würde man Mozart als Heavy-Metal-Komponist ausgeben: technisch möglich, emotional jedoch völlig daneben.
Und seien wir ehrlich: Wer in der Küche arbeitet, hat sich schon an erstaunliche kreative Interpretationen gewöhnt. „Ich habe das Wiener Schnitzel in Olivenöl gebraten, ist italienischerer!“ – richtig, und nächstes Mal servieren wir Tiramisu als Vorspeise. Manche Kollegen scheinen zu glauben, dass die Küchenetikette eine Empfehlung ist, kein Gesetz.
Am Ende des Tages bleibt: Wer die Unterschiede kennt, genießt bewusst. Wiener Schnitzel oder Cotoletta – beide machen glücklich. Aber wer die beiden verwechselt, sorgt zumindest für Lacher, Kopfschütteln und reichlich Diskussionsstoff am Küchentisch.
pj
Das Wiener Schnitzel ist der höfliche Wiener Herr: dünn geklopft, dezent in Mehl, Ei und Semmelbröseln gewälzt, in Butterschmalz gebadet. Goldbraun, knusprig, elegant – ein bisschen selbstverliebt vielleicht, aber immer charmant. Jeder Gasthof, jedes Restaurant hat sein Geheimrezept, und wehe, jemand wagt, die Panade zu dick zu machen.
Die Cotoletta alla Milanese ist die italienische Diva: ebenfalls Kalb, ebenfalls dünn geklopft – aber die Panade sitzt dicker, Fett darf großzügiger sein, Olivenöl, Butter, manchmal beides. Mit Knochen serviert, dramatisch auf dem Teller präsentiert – sie schreit: „Seht her, ich bin sündhaft lecker, und das weiß ich!“
Und jetzt zur kulinarischen Verwirrung: Wer schon einmal italienische Übersetzungen der Menüs studiert hat, kennt das Phänomen. Plötzlich steht dort „Cotoletta alla Milanese“, und man bekommt… ein Wiener Schnitzel. Ja, manche Kolleginnen und Kollegen schaffen es, auf einem Teller das Wiener Schnitzel zu servieren und es gleichzeitig als Mailänder Original auszugeben. Herzlichen Glückwunsch, Innovation in der Küchenwelt. Wer braucht schon Fakten, wenn man Drama auf dem Teller haben kann?
Das ist übrigens kein harmloser Fauxpas. Ein Wiener Schnitzel bleibt höflich, dezent und korrekt. Eine Cotoletta alla Milanese bleibt extravagant und mutig. Beides zu vertauschen, ist ungefähr so, als würde man Mozart als Heavy-Metal-Komponist ausgeben: technisch möglich, emotional jedoch völlig daneben.
Und seien wir ehrlich: Wer in der Küche arbeitet, hat sich schon an erstaunliche kreative Interpretationen gewöhnt. „Ich habe das Wiener Schnitzel in Olivenöl gebraten, ist italienischerer!“ – richtig, und nächstes Mal servieren wir Tiramisu als Vorspeise. Manche Kollegen scheinen zu glauben, dass die Küchenetikette eine Empfehlung ist, kein Gesetz.
Am Ende des Tages bleibt: Wer die Unterschiede kennt, genießt bewusst. Wiener Schnitzel oder Cotoletta – beide machen glücklich. Aber wer die beiden verwechselt, sorgt zumindest für Lacher, Kopfschütteln und reichlich Diskussionsstoff am Küchentisch.
pj

