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TourisMUT CONNECT26

Südtirols Tourismus gemeinsam in die Zukunft führen

Unter dem Motto „Gemeinsam weiterstreben. Weiterdenken. Weiterkommen.“ fand das jährliche Netzwerk-Event TourisMUT CONNECT26 im NOI Techpark statt.
Im Fokus stand, wie Südtirol seine touristische Entwicklung nachhaltig, innovativ und zukunftsorientiert gestalten kann – FOTO: © frames by corradini
Die Veranstaltung brachte erneut Entscheidungsträger:innen aus Tourismus, Politik, Wirtschaft und Verbänden zusammen, um über strategische Ziele und Innovationen für die kommenden Jahre zu diskutieren.
Nach der Begrüßung durch IDM-Präsident Hansi Pichler und IDM-CEO Erwin Hinteregger eröffnete Landesrat Luis Walcher den Dialog, in dem die Schnittstellen zwischen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus hervorgehoben wurden. Im Fokus stand dabei, wie Südtirol seine touristische Entwicklung nachhaltig, innovativ und zukunftsorientiert gestalten kann.
Ein besonderes Highlight war der Impulsvortrag von Roland Benedikter, UNESCO Chair für interdisziplinäre Zukunftsforschung. Benedikter zeigte auf, wie globale Trends und Zukunftstechnologien auch lokal, in Südtirol, Impulse für Transformation und zukunftsfähige Kompetenzen setzen können.
Im Anschluss präsentierte Wolfgang Töchterle, Marketingdirektor von IDM, die Zielhorizonte für den Südtiroler Tourismus bis 2040. Dabei wurde deutlich, dass nachhaltiges Wachstum nur durch enge Zusammenarbeit aller Stakeholder möglich ist – von Betrieben über Verbände bis hin zu politischen Institutionen.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen praxisnahen Blick auf die strategischen Programme 2026, in dem IDM und Partner ihre Projekte und Erfahrungen vorstellten. Beim anschließenden Get-together hatten die Teilnehmer:innen Gelegenheit, sich auszutauschen, regionale Spezialitäten zu genießen und neue Ideen für die zukünftige Entwicklung des Tourismus zu diskutieren.
Für den Südtiroler Köcheverband - SKV und die Gastronomie war das Event eine wertvolle Plattform, um die Rolle der kulinarischen Angebote in der regionalen Tourismusstrategie zu reflektieren und neue Kooperationen anzustoßen. „Der Austausch auf TourisMUT CONNECT26 zeigt, wie wichtig Vernetzung und Innovation auch für unsere Betriebe sind“, kommentierte SKV-Präsident Patrick Jageregger.
Mit CONNECT26 startete Südtirols Tourismusjahr 2026 mit einem klaren Blick nach vorne, ambitionierten Zielen und zahlreichen Impulsen für die gemeinsame Weiterentwicklung von Tourismus, Gastronomie und regionaler Wirtschaft.
red

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Hans Debeljak

Aufstieg eines Südtiroler Kochs

Hans Debeljak (1910–1996), in Meran geboren, wuchs in einem mehrsprachigen und multikulturellen Elternhaus auf. Der Vater stammte aus Slowenien, die Mutter aus dem Fassatal; gesprochen wurde zuhause Deutsch.
Hans Debeljak: Das Bilderbuch der Küche. Ausgewählte Gerichte mit italienischen Spezialitäten – FOTO: booklooker.de
Die frühe Vielsprachigkeit prägte Debeljaks außergewöhnliches Kommunikationsvermögen – eine Fähigkeit, die seinen beruflichen Weg entscheidend beeinflusste. Nach dem Ersten Weltkrieg lebte die kinderreiche Familie in bescheidenen Verhältnissen. Mit 14 Jahren begann Hans eine Kochlehre im Meraner „Habsburgerhof“, eine harte Schule mit langen Arbeitszeiten, strenger Hierarchie und wenig sozialer Absicherung. Trotz widriger Bedingungen zeigte sich früh sein Talent: Bereits 1925 gewann er bei einem Wettbewerb Meraner Lehrlinge einen Preis, seine Ausbildung konnte verkürzt werden.
Es folgten Wanderjahre durch Hotels in Meran, Gröden, am Gardasee und an der Adria. Debeljak durchlief alle klassischen Küchenstationen – vom Saucier über den Patissier bis zum Rotisseur – und eignete sich ein breites fachliches Können an. Prägend waren auch internationale Erfahrungen, etwa 1928 im Grandhotel auf der Insel Brioni. Seine Lernfähigkeit, Belastbarkeit und Offenheit machten ihn rasch zu einem gefragten Koch.
Ab 1930 fand Debeljak im Bozner Hotel „Greif“ erstmals berufliche Stabilität – mitten in der Weltwirtschaftskrise. Trotz Rückschlägen im Privaten, darunter der Verlust seiner Ersparnisse und der Militärdienst in Jugoslawien, bewährte er sich auch dort: Seine Kochkunst verschaffte ihm selbst im Armeedienst Anerkennung. 1938 heiratete er Irma Piffer, mit der er eine Familie gründete.
Während des Zweiten Weltkriegs leitete Debeljak zunächst die Küche des Meraner Sanatoriums „Stefanie“, später – unter schwierigen politischen Umständen – jene mehrerer Lazarette. Nach Kriegsende arbeitete er für die US-Besatzung und begann, Kochkurse zu geben. Aus diesen Unterlagen entstand 1948 sein erfolgreiches Kochbuch „Italienische Küche mit Südtiroler Anhang“, das rasch vergriffen war und seinen Ruf begründete. Der Klassiker „Spaghetti und Speckknödel. Italienische und Tiroler Küche“, erschien auch bald nach dem Krieg im Selbstverlag. Das Buch ist nicht nur eine bis heute gültige Küchenfibel, sondern auch ein interkulturelles Manifest, eine gastronomische Aussöhnung inmitten der Südtirol-Krise.
Debeljak galt als außergewöhnlicher Könner: fachlich vielseitig, organisatorisch stark und menschlich zugewandt. Seine interkulturelle Prägung erlaubte ihm den souveränen Wechsel zwischen Wiener, französischer und mediterraner Küche. Damit wurde er zu einer prägenden Figur der Südtiroler Kochgeschichte – und zu einem Vorbild für Generationen von Köchinnen und Köchen.
Der Bericht ist eine Zusammenfassung von einem Vortrag in der Akademie deutsch-italienischer Studien/Touriseum, Meran,
vom 14.10.2023. Thema war: Hans Debeljak. Lehrjahre eines Südtiroler Küchenpioniers. Der Vortrag wurde von Hans Heiss verfasst und vorgetragen.
ml