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Mit Zucker im Blut und Südtirol im Herzen

Die bewegte Lebensreise des Konditors Josef Raifer – vom Lehrling an der Talferbrücke zum prägenden SKV-Urgestein.
Gottfried und Sepp – FOTO: Privatarchiv - SKV-Bezirk Bozen/Überetsch
Josef Raifer blickt zurück: auf ein Leben geprägt von Leidenschaft, handwerklicher Präzision und Leidenschaft. Der 1944 geborene Konditor aus St. Michael/ Eppan ist dem Südtiroler Köcheverband - SKV eng verbunden – und ebenso seinem geliebten Beruf als Konditor.
Lehrjahre in einer besonderen Zeit
Josef Raifer begann seinen beruflichen Weg im Sommer 1960, mit 16 Jahren, in der Konditorei und Eisdiele Theiner an der Talferbrücke in Bozen. Sein Lehrmeister, Josef Theiner, war eine außergewöhnliche Persönlichkeit: Autor des kleinsten Kochbuches der Welt und damals größter Eishersteller Südtirols.
Die Berufsschule besuchte Raifer als Kochlehrling in der Romstraße, in der alten Bozner Messe. Drei intensive Lehrjahre später bestand er 1963 erfolgreich die Prüfung.
Aufbruch in die Welt
Nach der Lehrzeit zog es Josef in die Ferne. Ein halbes Jahr arbeitete er in der renommierten Confiserie Pellmond in Basel – ein Betrieb mit höchsten Ansprüchen und ebenso hohen Lebenshaltungskosten. Es folgten zwei Sommersaisonen im Schlosshotel Schenna, wo er als Hotelkonditor täglich Kuchen für die Tagesgäste und feine Desserts für die Hausgäste bereitete. Anschließend sammelte er wertvolle Auslandserfahrung in der Bäckerei-Konditorei Zechmeister in Berchtesgaden am Königssee, bevor er nach rund einem Jahr wieder nach Südtirol zurückkehrte.
Jahre im Hotel Greif – und großes Engagement im SKV
Zwischen 1976 und 1983 arbeitete Josef Raifer im traditionsreichen Hotel Greif in Bozen. Diese Jahre prägten ihn stark – nicht nur beruflich, sondern auch durch seine aktive Rolle im Ausschuss des Südtiroler Köcheverbandes - SKV.
Der SKV-Stammtisch im Schloss Maretsch und die Ausschusssitzungen, die abwechselnd auch privat stattfanden und stets von einer herzhaften „Merenede“ begleitet wurden, gehören zu seinen schönsten Erinnerungen an diese Zeit.
Unvergessen bleiben auch seine großen logistischen Meisterleistungen:
„Einmal hatten wir eine Hochzeit mit 400 Gästen – und alles Mignons!“
Oder die Herausforderung von 1.000 Lunchpaketen für das Krankenhaus Bozen, inklusive gleicher Anzahl an Apfelstrudeln als Dessert.
Vielfältiges Engagement und Wettkampferfahrung
Mehrfach war Raifer aktiv bei der Köchewoche in Auer, zweimal bei der Kochkunstausstellung in Gröden und mehrere Male beim Köcheball in Terlan. Ein besonderes Highlight seines Wirkens war die Teilnahme an der IKA/HOGA an der Seite von Giorgio Nardelli.
Berufswechsel – doch der Liebe zum Handwerk treu
Aus familiären Gründen wechselte Josef später den Beruf. Doch mit dem Herzen blieb er der Konditorei – und der Kochwelt insgesamt – immer eng verbunden.
Sein Blick auf heute – und auf die Zukunft
Josef Raifer betrachtet die Entwicklung des Berufs mit Erfahrung, Gelassenheit und Realitätssinn.
Zur heutigen Ausbildung sagt er:
„Die jungen Leute haben es heute vielleicht leichter – großartige Lehrstellen, tolle Berufsschulen, erfahrene Lehrmeister. Die Herausforderung wird sein, die vielen Nationen und Kulturen in unseren Küchen zu harmonisieren.“
Auch eine Frage beschäftigt ihn:
„Warum sind die Berufsschulen voll – und trotzdem fehlen so viele Arbeitskräfte?“
Zur Zukunft des Berufs meint er:
„Der Kochberuf wird seinen Weg schon gehen – vielleicht wieder etwas bodenständiger. Den Bettenstopp sehe ich positiv, denn so erhalten wir unseren Tourismus und unser Land.“
Ein persönlicher Dank des SKV
Im Namen des gesamten Südtiroler Köcheverbandes - SKV möchte ich mich – als Präsident – herzlich bedanken: Lieber Josef, danke für deine jahrzehntelange Treue, deinen Einsatz, deine Kameradschaft und dein außergewöhnliches Engagement für den SKV. Menschen wie du tragen unseren Verband und prägen dessen Geist – über Generationen hinweg. Patrick Jageregger
Erich Amort / Gottfried Maschler
red / pj

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... Frankreich 2016 das erste Land der Welt war, das Supermärkten per Gesetz verbot, unverkaufte Lebensmittel wegzuwerfen. Stattdessen müssen sie diese an soziale Einrichtungen spenden, für Tierfutter weitergeben oder kompostieren.