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Biathlon in Südtirol

Olympia beginnt in der Küche

Für die Köche vor Ort bedeutet das, Spitzenathleten mit Mahlzeiten zu versorgen, die Leistungsfähigkeit, Regeneration und Präzision unterstützen.
Wenn Olympia nach Südtirol kommt, rückt die Küche in den Mittelpunkt des Erfolgs. Köche sind dafür verantwortlich, dass die Athleten während des Trainings und Wettkampfs optimal versorgt werden. Ihre Aufgabe umfasst nicht nur die Zubereitung, sondern auch die präzise Abstimmung von Energie, Makronährstoffen und Timing. Jede Mahlzeit ist ein strategischer Baustein, der die Leistung und Regeneration direkt beeinflusst.
Ernährung als Schlüssel zur Leistung
Die Grundlage jeder sportgerechten Küche ist das Verständnis für die Ernährung der Athleten. Kohlenhydrate liefern die wichtigste Energiequelle für Ausdauer und intensive Belastungen, während Proteine den Aufbau und die Reparatur von Muskeln unterstützen. Fette liefern langsame Energie und unterstützen hormonelle Prozesse.
Für Köche bedeutet dies, dass die Auswahl der Zutaten bewusst erfolgen muss. Pasta, Reis oder Kartoffeln bilden die Basis, ergänzt durch magere Proteine wie Huhn, Fisch oder Quark und eine bunte Vielfalt an Gemüse. Auch Mikronährstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink spielen eine Rolle für die Energieproduktion und Muskelfunktion.
Mahlzeiten planen und timen
Die zeitliche Abstimmung der Mahlzeiten ist für Profi-Sportler entscheidend. Köche müssen sicherstellen, dass Frühstück, Snacks und Hauptmahlzeiten so gelegt sind, dass die Athleten vor Trainingseinheiten ausreichend Energie haben und danach optimal regenerieren können. Kohlenhydratreiche Mahlzeiten zwei bis drei Stunden vor Einheiten oder Wettkämpfen sorgen für stabile Energiereserven, während proteinreiche Mahlzeiten nach dem Training den Muskelaufbau unterstützen. Zwischenzeiten werden durch leicht verdauliche Snacks überbrückt, sodass Athleten kontinuierlich mit Energie versorgt sind.
Sportartspezifische Anforderungen
Die Ansprüche unterscheiden sich je nach Sportart. Skifahrer benötigen eine Ernährung, die schnelle Energie für Sprints und intensive Läufe liefert. Biathleten hingegen müssen neben Ausdauer auch die Präzision beim Schießen sicherstellen. Entsprechend variiert die Zusammensetzung der Mahlzeiten: Während Skifahrer moderate Proteine und einen höheren Fettanteil für Kälteanpassung erhalten, setzen Köche für Biathleten auf sehr fettarme, kohlenhydratreiche Mahlzeiten, um ihre Schießgenauigkeit nicht zu beeinträchtigen.
Praxis in der Küche
Für Köche bedeutet die Versorgung von Profi-Sportlern, dass Organisation, Flexibilität und Präzision entscheidend sind. Portionen müssen an Trainingsintensität und Kalorienbedarf angepasst werden. Gerichte sollten frisch zubereitet, nährstoffdicht und abwechslungsreich sein. Gleichzeitig müssen individuelle Unverträglichkeiten und Präferenzen berücksichtigt werden.
Buffets und Snackstationen dienen nicht nur der Energieversorgung, sondern auch der Motivation. Gelegentliche Genussgerichte wie Apfelstrudel oder Nutella steigern das Wohlbefinden und den Teamgeist, ohne die Leistungsfähigkeit zu gefährden.
Olympia 2026: Herausforderung und Chance
Mit dem Biathlon der Olympischen Spiele 2026 in Antholz steht Südtirol vor einer einzigartigen Aufgabe. Köche müssen große Teams gleichzeitig versorgen, Mahlzeiten präzise timen und den unterschiedlichen Bedürfnissen der Athleten gerecht werden. Die Zubereitung von Mahlzeiten wird so zu einer strategischen Aufgabe, bei der Organisation, Kreativität und Fachwissen direkt den sportlichen Erfolg unterstützen.
Die Ernährung von Profi-Sportlern ist komplex und anspruchsvoll. Köche tragen entscheidend dazu bei, dass Athleten ihre maximale Leistung abrufen können. Vom Trainingsalltag bis zum Wettbewerb ist jede Mahlzeit ein Baustein für Erfolg, Gesundheit und Motivation – und die Küche das Herzstück dieser Leistung.
pj

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Kulinarische Präzision im Hochgebirge

Die unsichtbare Logistik hinter dem Olympia-Biathlon in Antholz

Wie Karl Telfser und sein Team ein Catering-Großprojekt für zehntausende Menschen meistert – ohne Fertigprodukte und mit konsequenter Regionalität.
Karl Telfser, Verantwortlicher für F&B beim olympischen Biathlonwettbewerb in Antholz – FOTO: Florian Andergassen
Während im Februar 2026 die besten Biathletinnen und Biathleten der Welt in Antholz um olympische Medaillen kämpfen, läuft hinter den Kulissen ein zweites Hochleistungsprogramm: das Catering. Zehntausende Fans, Athleten, Medienvertreter und freiwillige Helfer müssen täglich versorgt werden – frisch, sicher und logistisch perfekt abgestimmt.
Für diese Mammutaufgabe verantwortlich: Karl Telfser, Gesamtleiter für Food & Beverage in Antholz. Er gab uns einen exklusiven Einblick in die Organisation und die Herausforderungen dieser Großveranstaltung.
Dimensionen eines kulinarischen Megaprojekts
Zehn Wettkampftage, 18.000 Zuschauer pro Tag, dazu 400 Athleten, 1.200 freiwillige Helfer, rund 450 Medienvertreter. Davon können etwa 4.000 Personen täglich in den „Restaurants“ Sitzplätze vorfinden. Hinzu kommen mehrere tausend Fans, die an den Kiosken versorgt werden.
„Wir betreiben neun Ausgabestationen, davon drei als Kioske für Stehverpflegung“, erklärt Telfser. „Alle Speisen werden frisch gekocht – wir arbeiten ohne Fertigprodukte.“
Im Angebot der Kioske finden sich unter anderem belegte Brote mit Speck und Käse aus Südtirol, und herzhafte Gerichte und speziell abgestimmte Athletenmenüs in den Restaurants. Wichtig: Essen und Getränke dürfen nicht ins Olympia-Areal mitgebracht werden – die Versorgung liegt vollständig in der Hand des Catering-Teams.
Planung auf olympischem Niveau
Offiziell beginnt die Vorbereitung rund ein Jahr vor den Spielen. „In Wahrheit planen wir aber schon viel länger“, sagt Telfser. „Solche Dimensionen brauchen Weitsicht und eine klare Struktur.“
Besonders herausfordernd seien die ständigen Anpassungen: „Nichts bleibt fix. Änderungen begleiten uns bis zum Schluss. Flexibilität ist im Gastgewerbe grundlegend – bei Olympia erst recht.“
Regionalität als Leitprinzip
Ein zentrales Element der Planung ist die Auswahl der Lebensmittel. „Wir setzen ganz klar auf regionale Produkte und Produzenten“, betont Telfser. Verwendet werden überwiegend Südtiroler Qualitätsprodukte.
Auch die Rezepturen und Menüs unterliegen strengen Vorgaben: „Die Gerichte für Athleten und Funktionäre gibt das IOC (Internationales Olympisches Komitee) vor. Teams kontrollieren Rezepte und Nährwerte. Auch unsere Gäste-Menüs müssen seitens IOC abgesegnet werden.“ Dabei berücksichtigt das Catering-Team vielfältige Ernährungsformen – von glutenfrei über vegan bis vegetarisch.
Küchenstruktur: Produktion in Lana, Finalisierung in Antholz
Gekocht wird zunächst zentral im Firmensitz in Lana. „Die Finalisierung erfolgt dann direkt im Areal an unseren neun verschiedenen Stationen“, erklärt Telfser.
Weil die Zufahrtswege aufgrund des Zuschaueraufkommens extrem beschränkt sind, muss die Logistik präzise getaktet sein. „Eine halbe Stunde vor dem Rennen darf nicht mehr gefahren werden.“
Für ein Event dieser Größe braucht es eine ausgefeilte Kühl- und Transportlogistik.
Zum Einsatz kommen Kühlzellen, Kühlwagen, mobile Warmhaltesysteme und jede Menge Öfen, Kochfelder und Nudelkocher, die das Team mit 45 Mitarbeitenden aus Küche, Service und Logistik bedient.
Krisenmanagement: Strom doppelt abgesichert
In einem alpinen Wintersportareal muss man mit allem rechnen – Schneefall, blockierten Straßen oder technischen Pannen.
„Wir haben die gesamte Stromversorgung doppelt abgesichert“, erklärt Telfser. „Und wenn beide Systeme ausfallen sollten, springt innerhalb von Sekunden ein Notstromaggregat ein.“
Allein die VIP-Küche läuft mit beeindruckenden 300 kW Stromleistung. „Bei den Weltmeisterschaften und Weltcuprennen hatten wir bisher nie ein Problem. Sollte trotzdem etwas passieren, stehen Elektriker und Techniker rund um die Uhr bereit.“
Unsichtbare Meisterleistungen für den perfekten Olympiamoment
Was Fans und Sportler im Februar 2026 erleben werden, ist das Resultat jahrelanger Planung, minutiöser Logistik und eines Teams, das nichts dem Zufall überlässt. Dass Tausende täglich frisch und regional versorgt werden können, ist einer jener Momente, in denen das Gastgewerbe seine wahre Stärke zeigt – flexibel, belastbar und voller Leidenschaft. Karl Telfser, sein Team und das Biathlonkomitee von Antholz, das alles erst möglich macht, liefern damit jene stille Höchstleistung, ohne die der olympische Glanz in Antholz nicht möglich wäre.

pj