Thema
Kulinarische Präzision im Hochgebirge
Die unsichtbare Logistik hinter dem Olympia-Biathlon in Antholz
Wie Karl Telfser und sein Team ein Catering-Großprojekt für zehntausende Menschen meistert – ohne Fertigprodukte und mit konsequenter Regionalität.

Karl Telfser, Verantwortlicher für F&B beim olympischen Biathlonwettbewerb in Antholz – FOTO: Florian Andergassen
Während im Februar 2026 die besten Biathletinnen und Biathleten der Welt in Antholz um olympische Medaillen kämpfen, läuft hinter den Kulissen ein zweites Hochleistungsprogramm: das Catering. Zehntausende Fans, Athleten, Medienvertreter und freiwillige Helfer müssen täglich versorgt werden – frisch, sicher und logistisch perfekt abgestimmt.
Für diese Mammutaufgabe verantwortlich: Karl Telfser, Gesamtleiter für Food & Beverage in Antholz. Er gab uns einen exklusiven Einblick in die Organisation und die Herausforderungen dieser Großveranstaltung.
„Wir betreiben neun Ausgabestationen, davon drei als Kioske für Stehverpflegung“, erklärt Telfser. „Alle Speisen werden frisch gekocht – wir arbeiten ohne Fertigprodukte.“
Im Angebot der Kioske finden sich unter anderem belegte Brote mit Speck und Käse aus Südtirol, und herzhafte Gerichte und speziell abgestimmte Athletenmenüs in den Restaurants. Wichtig: Essen und Getränke dürfen nicht ins Olympia-Areal mitgebracht werden – die Versorgung liegt vollständig in der Hand des Catering-Teams.
Besonders herausfordernd seien die ständigen Anpassungen: „Nichts bleibt fix. Änderungen begleiten uns bis zum Schluss. Flexibilität ist im Gastgewerbe grundlegend – bei Olympia erst recht.“
Auch die Rezepturen und Menüs unterliegen strengen Vorgaben: „Die Gerichte für Athleten und Funktionäre gibt das IOC (Internationales Olympisches Komitee) vor. Teams kontrollieren Rezepte und Nährwerte. Auch unsere Gäste-Menüs müssen seitens IOC abgesegnet werden.“ Dabei berücksichtigt das Catering-Team vielfältige Ernährungsformen – von glutenfrei über vegan bis vegetarisch.
Weil die Zufahrtswege aufgrund des Zuschaueraufkommens extrem beschränkt sind, muss die Logistik präzise getaktet sein. „Eine halbe Stunde vor dem Rennen darf nicht mehr gefahren werden.“
Für ein Event dieser Größe braucht es eine ausgefeilte Kühl- und Transportlogistik.
Zum Einsatz kommen Kühlzellen, Kühlwagen, mobile Warmhaltesysteme und jede Menge Öfen, Kochfelder und Nudelkocher, die das Team mit 45 Mitarbeitenden aus Küche, Service und Logistik bedient.
„Wir haben die gesamte Stromversorgung doppelt abgesichert“, erklärt Telfser. „Und wenn beide Systeme ausfallen sollten, springt innerhalb von Sekunden ein Notstromaggregat ein.“
Allein die VIP-Küche läuft mit beeindruckenden 300 kW Stromleistung. „Bei den Weltmeisterschaften und Weltcuprennen hatten wir bisher nie ein Problem. Sollte trotzdem etwas passieren, stehen Elektriker und Techniker rund um die Uhr bereit.“
pj
Für diese Mammutaufgabe verantwortlich: Karl Telfser, Gesamtleiter für Food & Beverage in Antholz. Er gab uns einen exklusiven Einblick in die Organisation und die Herausforderungen dieser Großveranstaltung.
Dimensionen eines kulinarischen Megaprojekts
Zehn Wettkampftage, 18.000 Zuschauer pro Tag, dazu 400 Athleten, 1.200 freiwillige Helfer, rund 450 Medienvertreter. Davon können etwa 4.000 Personen täglich in den „Restaurants“ Sitzplätze vorfinden. Hinzu kommen mehrere tausend Fans, die an den Kiosken versorgt werden.„Wir betreiben neun Ausgabestationen, davon drei als Kioske für Stehverpflegung“, erklärt Telfser. „Alle Speisen werden frisch gekocht – wir arbeiten ohne Fertigprodukte.“
Im Angebot der Kioske finden sich unter anderem belegte Brote mit Speck und Käse aus Südtirol, und herzhafte Gerichte und speziell abgestimmte Athletenmenüs in den Restaurants. Wichtig: Essen und Getränke dürfen nicht ins Olympia-Areal mitgebracht werden – die Versorgung liegt vollständig in der Hand des Catering-Teams.
Planung auf olympischem Niveau
Offiziell beginnt die Vorbereitung rund ein Jahr vor den Spielen. „In Wahrheit planen wir aber schon viel länger“, sagt Telfser. „Solche Dimensionen brauchen Weitsicht und eine klare Struktur.“Besonders herausfordernd seien die ständigen Anpassungen: „Nichts bleibt fix. Änderungen begleiten uns bis zum Schluss. Flexibilität ist im Gastgewerbe grundlegend – bei Olympia erst recht.“
Regionalität als Leitprinzip
Ein zentrales Element der Planung ist die Auswahl der Lebensmittel. „Wir setzen ganz klar auf regionale Produkte und Produzenten“, betont Telfser. Verwendet werden überwiegend Südtiroler Qualitätsprodukte.Auch die Rezepturen und Menüs unterliegen strengen Vorgaben: „Die Gerichte für Athleten und Funktionäre gibt das IOC (Internationales Olympisches Komitee) vor. Teams kontrollieren Rezepte und Nährwerte. Auch unsere Gäste-Menüs müssen seitens IOC abgesegnet werden.“ Dabei berücksichtigt das Catering-Team vielfältige Ernährungsformen – von glutenfrei über vegan bis vegetarisch.
Küchenstruktur: Produktion in Lana, Finalisierung in Antholz
Gekocht wird zunächst zentral im Firmensitz in Lana. „Die Finalisierung erfolgt dann direkt im Areal an unseren neun verschiedenen Stationen“, erklärt Telfser.Weil die Zufahrtswege aufgrund des Zuschaueraufkommens extrem beschränkt sind, muss die Logistik präzise getaktet sein. „Eine halbe Stunde vor dem Rennen darf nicht mehr gefahren werden.“
Für ein Event dieser Größe braucht es eine ausgefeilte Kühl- und Transportlogistik.
Zum Einsatz kommen Kühlzellen, Kühlwagen, mobile Warmhaltesysteme und jede Menge Öfen, Kochfelder und Nudelkocher, die das Team mit 45 Mitarbeitenden aus Küche, Service und Logistik bedient.
Krisenmanagement: Strom doppelt abgesichert
In einem alpinen Wintersportareal muss man mit allem rechnen – Schneefall, blockierten Straßen oder technischen Pannen.„Wir haben die gesamte Stromversorgung doppelt abgesichert“, erklärt Telfser. „Und wenn beide Systeme ausfallen sollten, springt innerhalb von Sekunden ein Notstromaggregat ein.“
Allein die VIP-Küche läuft mit beeindruckenden 300 kW Stromleistung. „Bei den Weltmeisterschaften und Weltcuprennen hatten wir bisher nie ein Problem. Sollte trotzdem etwas passieren, stehen Elektriker und Techniker rund um die Uhr bereit.“
Unsichtbare Meisterleistungen für den perfekten Olympiamoment
Was Fans und Sportler im Februar 2026 erleben werden, ist das Resultat jahrelanger Planung, minutiöser Logistik und eines Teams, das nichts dem Zufall überlässt. Dass Tausende täglich frisch und regional versorgt werden können, ist einer jener Momente, in denen das Gastgewerbe seine wahre Stärke zeigt – flexibel, belastbar und voller Leidenschaft. Karl Telfser, sein Team und das Biathlonkomitee von Antholz, das alles erst möglich macht, liefern damit jene stille Höchstleistung, ohne die der olympische Glanz in Antholz nicht möglich wäre.pj

