Buchtipp!
Jesse Kropelnicki

Eat. Train. Win.

Die perfekte Ernährung für Läufer, Triathleten und Radfahrer
Dieser umfassende Ernährungsratgeber verschafft Läufern, Triathleten und Radfahrern mithilfe detaillierter Ernährungspläne und perfekt abgestimmter Rezepte die optimale Grundlage für ihren Ausdauersport.
Für die sportliche Leistung ist die Ernährung nämlich genauso wichtig wie das Training selbst und verschiedene Trainings- und Rennsituationen erfordern unterschiedliche Kombinationen von Nährstoffen.
Geschrieben von einem der führenden Triathlontrainer der Welt enthält Eat. Run. Win neben einem ausführlichen Theorieteil über 70 Rezepte, die helfen, die persönliche Leistung zu steigern und die Bestform zu erreichen.
ISBN: 978-3742301130
19,99 Euro

Szene
Arno Fritz

Ein Leben für den Geschmack

Der langjährige Küchenchef des Meranerhofs spricht über seine Karriere, die regionale Küche und den Abschied vom Herd.
Arno Fritz langjähriger Küchenchef des Meranerhofs – FOTO: Meraner Hof
Arno Fritz ist im Meranerhof in Meran weit mehr als ein Küchenchef gewesen – er war das kulinarische Gesicht des Hauses und prägte über viele Jahre dessen Gourmetküche mit Leidenschaft, Kreativität und einem unverwechselbaren Stil. Seine Liebe zum Kochen entdeckte er bereits in jungen Jahren. Nach Stationen in Österreich, Deutschland und der Schweiz übernahm Fritz im Jahr 2004 die Leitung der Küche im Meranerhof und entwickelte sie zu einem beliebten Gourmetziel. Unter seiner Regie verband die Küche traditionelle Südtiroler Wurzeln mit mediterranen Akzenten und legte besonderen Wert auf hochwertige, vorzugsweise regionale Zutaten. Mit seinem Team begeisterte er unzählige Gäste und verlieh dem Meranerhof ein kulinarisches Profil, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung findet. Nun verabschiedet sich der passionierte Koch in den wohlverdienten Ruhestand.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze der Meranerhof-Küche blickt Arno Fritz auf eine Zeit zurück, in der er nicht nur unzählige Menüs kreierte, sondern auch Generationen von Gästen prägte. Seine Handschrift bleibt – doch nun beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Im Gespräch mit der SKV-Zeitung reflektiert er über seine Laufbahn, seine Philosophie und den Moment des Abschieds.
Herr Fritz, Sie gehen nach über 20 Jahren im Meranerhof in den Ruhestand. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an Ihre Zeit in der Küche zurückdenken?
Wenn ich auf mehr als 20 Jahre im Meranerhof zurückblicke, erfüllt mich vor allem eines: Dankbarkeit. Die Küche war für mich immer mehr als nur ein Arbeitsplatz – sie war ein Stück Heimat. Ich denke an die vielen besonderen Momente, an Teamgeist, an Herausforderungen, die wir gemeinsam gemeistert haben, und an all die Gäste, die wir mit unseren Gerichten glücklich machen durften. Es war eine intensive, lehrreiche und sehr erfüllende Zeit. Auch wenn mir der Abschied nicht leichtfällt, blicke ich mit viel Freude und Stolz auf diese Jahre zurück. Ein großer Dank geht natürlich auch an die Chefitäten, die mit viel Herzblut und Eifer alles mit möglich gemacht haben.
Sie haben Ihre Laufbahn in verschiedenen Ländern begonnen. Wie hat diese Erfahrung Ihre Arbeit im Meranerhof beeinflusst?
Meine beruflichen Stationen im Ausland haben mich sehr geprägt. Jedes Land hat seine eigene Küchenkultur und einen ganz eigenen Anspruch an Qualität und Präzision. In Österreich habe ich viel über Tradition und Bodenständigkeit gelernt, in der Schweiz über Genauigkeit und höchste Qualitätsstandards und in Deutschland über Organisation sowie klare Abläufe in der Küche. Besonders prägend war dabei in allen drei Ländern der respektvolle Umgang mit den Mitarbeitern und den Produkten.
Diese Erfahrungen konnte ich im Meranerhof gut miteinander verbinden und in meine tägliche Arbeit einfließen lassen – immer mit dem Ziel, eine ehrliche, hochwertige Küche auf konstant hohem Niveau zu bieten, heute stärker, denn je naturbelassen ,mit Regionalität sowie der engen Verbindung zu Bauern und Herstellern im Vordergrund.“
Viele Gäste loben Ihre Gerichte als „visuelle und geschmackliche Kunstwerke“. Wie sind Sie zu dieser Philosophie gekommen?
Diese Philosophie ist über viele Jahre gewachsen. Sie basiert auf Erfahrung, ständigem Kreieren und der Zusammenarbeit mit immer neuen Teams, die frische und interessante Impulse eingebracht und mich geistig jung gehalten haben. Neues zu entwickeln, offen für Trends zu bleiben und dennoch der eigenen Linie treu zu sein – das war und ist für mich oberstes Gebot.
Wie wird die Küche der Zukunft sein? Welcher Trend wird beibehalten oder was wird sich ändern?
Die Küche der Zukunft ist natürliche, gesund und vor allem ehrliche und authentisch. Der Fokus liegt klar auf einheimischen, regionalen Produkten und auf dem Prinzip “vom Hof auf den Tisch“. Saisonal zu kochen ist dabei das A und O – im Winter bedeutet das zum Beispiel, auf Tomaten zu verzichten und stattdessen vermehrt mit Kohl, Kartoffeln und eingeweckten Produkten zu arbeiten.
Ravioli | Burrata-Tomatenfüllung | Baby-Melanzana | Basilikumschwamm – FOTO: Meraner Hof
Ein Thema, das dabei immer wichtiger wird und mich persönlich sehr fasziniert, ist das Fermentieren. Es eröffnet neue geschmackliche Möglichkeiten, ist nachhaltig und passt perfekt zu einer modernen, bewussten Küche.
Wo sehen Sie die größten kulinarischen Herausforderungen für Köche heute?
Die größten Herausforderungen liegen heute ganz klar beim Thema Personal. Gute Mitarbeiter zu finden und vor allem langfristig zu halten, ist deutlich schwieriger geworden. Dazu kommt, dass sich die Erwartungen verändert haben – Themen wie Freizeit, Arbeitszeiten und Work-Life-Balance spielen eine viel größere Rolle als früher. Als Küchenchef braucht man deshalb kaum nur fachliches Können, sondern auch viel Verständnis, Kommunikation und Führungsqualität. Doch wir bleiben optimistisch! Wenn man ein wertschätzendes Umfeld schafft und als Team zusammenhält, kann man auch diese Herausforderung gut meistern.
Was darf in deiner Küche nie fehlen?
Bio-Zitronenschale, Thymian, Kümmel, Fenchelsamen, Zwiebel, Rote Bete.
Was nehmen Sie persönlich aus Ihrer Zeit als Küchenchef mit?
Aus meiner Zeit als Küchenchef nehme ich vor allem mit, niemals aufzugeben und auch in herausfordernden Momenten positiv zu bleiben. Mir war immer wichtig, einen sportlichen Ausgleich zu haben, um körperlich und mental in Balance zu bleiben. Vor allem aber habe ich gelernt, dass Teamarbeit alles ist. Man kann noch so ein guter Koch sein – alleine erreicht man nie das, was man gemeinsam als Team schaffen kann.
Haben Sie bereits Pläne für Ihren Ruhestand?
Pläne gibt es viele und auch neue Herausforderungen. Doch wo genau es mich hinziehen wird oder wofür ich mich letztlich entscheide, steht im Moment “noch in den Sternen“. Ich möchte mir die Zeit nehmen, Neues auf mich zukommen zu lassen und diesen nächsten Lebensabschnitt offen und neugierig zu beginnen.
Ein Lieblingsrezept finden Sie auf der Webseite des SKV