Kochkunde
Mirepoix
Von der Zitronen-Essenz zum Aromafundament
Wie aus einfachen Würfeln Gemüse die Grundlage für Saucen, Fonds und Schmorgerichte wurde.

FOTO: Pixabay
In der Küche gilt: Aromatische Grundlagen sind entscheidend. Das Mirepoix ist dabei ein Klassiker – zumindest in der heutigen Form. Doch wussten Sie, dass es im 18. Jahrhundert auch Zitronenfleisch enthielt? Und dass Stangensellerie darin nichts verloren hatte?
Was ist ein Mirepoix?
Heute verstehen die meisten Köchinnen und Köche unter Mirepoix eine Mischung aus Wurzel- und Knollengemüse, klassisch Zwiebeln, Karotten, Knollensellerie oder Petersilienwurzel, manchmal auch Knoblauch. Lauch wird eher selten verwendet, da er beim Anbraten Bitterstoffe entwickelt. Die Würfelgröße richtet sich nach der geplanten Garzeit – eine gängige Orientierung ist der Daumennagel.
Je nach Zubereitung entfaltet das Mirepoix seine Aromen unterschiedlich: schwach andünsten, in Fett anrösten oder trocken rösten, bevor Farbe entsteht – jede Methode liefert einen eigenen Geschmack, passend für Fonds, Saucen oder Schmorgerichte.
Je nach Zubereitung entfaltet das Mirepoix seine Aromen unterschiedlich: schwach andünsten, in Fett anrösten oder trocken rösten, bevor Farbe entsteht – jede Methode liefert einen eigenen Geschmack, passend für Fonds, Saucen oder Schmorgerichte.
Die historische Variante
Die moderne Röstgemüsemischung spiegelt nur geringfügig wider, was Mirepoix einst war. Historisch wird es mit dem Herzog von Mirepoix, Gaston Pierre de Lévis (1699–1757), verbunden, dessen Koch die Methode dokumentiert anwandte.
Aufzeichnungen von Marie-Antoine Carême (1833) zeigen, dass das ursprüngliche Mirepoix nicht nur Gemüse, sondern auch Kalbfleisch, Bayonner Schinken, Champignons und das filetierte Fleisch von Zitronen enthielt. Das Ganze wurde in Butter angeschwitzt, mit Weißwein und Brühe abgelöscht und stundenlang sanft gekocht, anschließend durch ein Passiertuch gepresst. Die so entstandene Essenz diente als Basis für Saucen und Vorspeisen.
Auch Auguste Escoffier (1903) beschreibt das feine Mirepoix als aromagebendes Gemüsewürfel, oft mit Schinken oder Speck, das vorsichtig in Butter gedünstet wird, um Fonds oder Saucen Geschmack zu verleihen.
Aufzeichnungen von Marie-Antoine Carême (1833) zeigen, dass das ursprüngliche Mirepoix nicht nur Gemüse, sondern auch Kalbfleisch, Bayonner Schinken, Champignons und das filetierte Fleisch von Zitronen enthielt. Das Ganze wurde in Butter angeschwitzt, mit Weißwein und Brühe abgelöscht und stundenlang sanft gekocht, anschließend durch ein Passiertuch gepresst. Die so entstandene Essenz diente als Basis für Saucen und Vorspeisen.
Auch Auguste Escoffier (1903) beschreibt das feine Mirepoix als aromagebendes Gemüsewürfel, oft mit Schinken oder Speck, das vorsichtig in Butter gedünstet wird, um Fonds oder Saucen Geschmack zu verleihen.
Interessant: Was nie in ein klassisches Mirepoix gehört, ist Stangensellerie
Stangensellerie gehört nicht ins klassische Mirepoix, da er den feinen, harmonischen Geschmack von Zwiebel, Karotte und Knollensellerie überdeckt und historisch in diesen Rezepten nie verwendet wurde.
Von der Essenz zum Küchen-Alltag
Ob historische Zitronen-Variante oder moderne Gemüse-Röstung: Mirepoix ist heute unverzichtbar in der Profi-Küche. Es bildet das Aromafundament für Fonds, Suppen, Schmorgerichte und Saucen, lässt sich flexibel anpassen und zeigt eindrucksvoll, wie aus simplen Zutaten Geschmackstiefe entsteht.
Mirepoix ist weit mehr als nur gewürfeltes Gemüse – es ist ein Stück Küchengeschichte, eine Aromabasis und heute ein unverzichtbarer Helfer für jede Profi-Küche. Wer sich auf historische Quellen beruft, staunt über Zutaten wie Zitronenfleisch, wer die moderne Praxis kennt, schätzt die Vielseitigkeit und Flexibilität der Würfelmischung.
pj
Mirepoix ist weit mehr als nur gewürfeltes Gemüse – es ist ein Stück Küchengeschichte, eine Aromabasis und heute ein unverzichtbarer Helfer für jede Profi-Küche. Wer sich auf historische Quellen beruft, staunt über Zutaten wie Zitronenfleisch, wer die moderne Praxis kennt, schätzt die Vielseitigkeit und Flexibilität der Würfelmischung.
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