Szene
Storytelling in der Küche
Kunst oder Verkaufsmasche?
Warum nicht jede Story schmeckt und wann Köchinnen und Köche auf die Nase fallen, wenn sie Geschichten erfinden.

FOTO: Pexels
Es ist überall: Storytelling. In Menükarten, auf Instagram, bei Produktpräsentationen – und fast jeder redet darüber, als wäre es das geheime Gewürz der modernen Gastronomie. Doch mal ehrlich: Wie viel davon ist wirklich echte Geschichte, und wie viel ist Marketing-Kitsch?
Storytelling verspricht, Emotionen zu wecken, Gäste zu fesseln und Produkte zu verkaufen. Wissenschaftlich untermauert: Menschen erinnern sich an Geschichten deutlich besser als an Fakten. Perfekt also, könnte man denken, um ein Gericht, ein Produkt oder ein Restaurant unvergesslich zu machen. Doch hier liegt die Gefahr: Wer Geschichten nur erfindet, um zu verkaufen, riskiert eines – dass die Gäste es merken. Sie sind informiert, kritisch und haben ein feines Gespür für Authentizität. Und plötzlich wirkt das hübsch verpackte Storytelling wie ein billiger Trick.
Köchinnen und Köche stehen damit vor einer spannenden Gratwanderung: Verkaufen wir Essen oder nur Geschichten? Ein Beispiel: Ein lokaler Käse, dessen Geschichte von einem traditionsbewussten Bauern erzählt wird, der seine Tiere liebevoll hält und das Handwerk versteht, kann ein Gericht zum Erlebnis machen. Echt, nachvollziehbar und emotional. Dasselbe Produkt mit einer erfundenen Story über „versteckte Bergwiesen und geheime Familienrezepte“ wirkt schnell aufgesetzt und hohl. Die Gäste merken den Unterschied.
Und noch etwas: Storytelling ist kein Freifahrtschein für Nachlässigkeit. Wer nur Geschichten erzählt und das Handwerk oder die Qualität dahinter vernachlässigt, wird entlarvt. Die Worte schmecken dann nach heißen Luftballons, die beim ersten Biss platzen.
Die Provokation für Köchinnen und Köche lautet also: Legt eure Geschichten nicht über das Produkt, sondern daneben. Erzählt von der Herkunft, der Philosophie und den Menschen hinter euren Zutaten – aber nur, wenn es stimmt. Nutzt Storytelling als Rahmen, der echte Qualität sichtbar macht, nicht als Schminke für ein mittelmäßiges Gericht.
Am Ende verkaufen nicht die Geschichten selbst, sondern das, was der Gast wirklich schmeckt, fühlt und erlebt. Storytelling ist nur der Verstärker, das Bühnenlicht, das das Produkt ins rechte Licht rückt. Wer das kapiert, kann selbst einfache Zutaten in ein unvergessliches Erlebnis verwandeln. Wer es nicht kapiert, bleibt bei hübschen Worten – und bei Gästen, die schon beim ersten Bissen wissen, dass sie gerade veräppelt werden.
pj
Storytelling verspricht, Emotionen zu wecken, Gäste zu fesseln und Produkte zu verkaufen. Wissenschaftlich untermauert: Menschen erinnern sich an Geschichten deutlich besser als an Fakten. Perfekt also, könnte man denken, um ein Gericht, ein Produkt oder ein Restaurant unvergesslich zu machen. Doch hier liegt die Gefahr: Wer Geschichten nur erfindet, um zu verkaufen, riskiert eines – dass die Gäste es merken. Sie sind informiert, kritisch und haben ein feines Gespür für Authentizität. Und plötzlich wirkt das hübsch verpackte Storytelling wie ein billiger Trick.
Köchinnen und Köche stehen damit vor einer spannenden Gratwanderung: Verkaufen wir Essen oder nur Geschichten? Ein Beispiel: Ein lokaler Käse, dessen Geschichte von einem traditionsbewussten Bauern erzählt wird, der seine Tiere liebevoll hält und das Handwerk versteht, kann ein Gericht zum Erlebnis machen. Echt, nachvollziehbar und emotional. Dasselbe Produkt mit einer erfundenen Story über „versteckte Bergwiesen und geheime Familienrezepte“ wirkt schnell aufgesetzt und hohl. Die Gäste merken den Unterschied.
Und noch etwas: Storytelling ist kein Freifahrtschein für Nachlässigkeit. Wer nur Geschichten erzählt und das Handwerk oder die Qualität dahinter vernachlässigt, wird entlarvt. Die Worte schmecken dann nach heißen Luftballons, die beim ersten Biss platzen.
Die Provokation für Köchinnen und Köche lautet also: Legt eure Geschichten nicht über das Produkt, sondern daneben. Erzählt von der Herkunft, der Philosophie und den Menschen hinter euren Zutaten – aber nur, wenn es stimmt. Nutzt Storytelling als Rahmen, der echte Qualität sichtbar macht, nicht als Schminke für ein mittelmäßiges Gericht.
Am Ende verkaufen nicht die Geschichten selbst, sondern das, was der Gast wirklich schmeckt, fühlt und erlebt. Storytelling ist nur der Verstärker, das Bühnenlicht, das das Produkt ins rechte Licht rückt. Wer das kapiert, kann selbst einfache Zutaten in ein unvergessliches Erlebnis verwandeln. Wer es nicht kapiert, bleibt bei hübschen Worten – und bei Gästen, die schon beim ersten Bissen wissen, dass sie gerade veräppelt werden.
pj

