Young Chefs
Young Chefs Unplugged 2025

Drei Tage voller Inspiration

Eine persönliche Rückschau aus Sicht einer Südtiroler Teilnehmerin
Sauerteigbrotworkshop mit Thomas Nussbaumer – FOTO: Mäx Känzig / allkind
Als ich mich gemeinsam mit rund 60 weiteren Jungköchinnen und Jungköchen aus Südtirol auf den Weg nach Rankweil machte, wusste ich, dass uns ein intensives Wochenende bevorstand – aber dass Young Chefs Unplugged 2025 so viel Energie, Motivation und neue Perspektiven freisetzen würde, hätte ich nicht erwartet. Drei Tage voller Praxis, Austausch und ehrlicher Begeisterung für unser Handwerk – genau das haben wir erlebt.
Schon bei der Ankunft im „Firmament“ war spürbar, dass dieser Kongress etwas Besonderes ist. Junge Köchinnen und Köche aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und eben Südtirol kamen zusammen – alle mit dem gleichen Ziel: voneinander zu lernen. Keine Konkurrenz, kein Stress, kein Küchenhierarchie-Gefälle. Nur Leidenschaft und der Wunsch, gemeinsam zu wachsen. Unplugged trifft es tatsächlich: authentisch, direkt, echt.
Workshops, die begeistern – Trends, Techniken und neue Ideen
In den Workshops wurden wir gefordert – und inspiriert. Themen wie moderne Gartechniken, Gemüse als Hauptdarsteller, nachhaltiges Arbeiten oder neue Dessertwelten zeigten uns, wie vielfältig die Zukunft der Gastronomie ist. Besonders beeindruckt hat mich der Workshop zur Fermentation: Aus etwas so Ursprünglichem so viel Geschmack herauszuholen, hat mich völlig gepackt.
Auch die Sessions zu „Zero Waste“ und „Plant-forward Cooking“ zeigten klar, wie wichtig es ist, nachhaltig zu denken – und wie viel Kreativität entsteht, wenn man bewusst mit Ressourcen arbeitet.
Südtirol war stark vertreten – und gut sichtbar
Dass wir als Südtiroler Gruppe so zahlreich vertreten waren, hat man sofort gemerkt. Wir waren laut, engagiert, interessiert – und stolz, Teil dieses großen Ganzen zu sein. Immer wieder hörte man andere Teilnehmer sagen: „Wow, bei euch tut sich was!“
Und das stimmt. Der SKV hat uns mit seiner Unterstützung die Teilnahme erleichtert und uns gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir jungen Menschen die Chance bekommen, über den Tellerrand hinauszuschauen.
Neue Kontakte, neue Motivation – und ein Blick nach vorne
Neben den Workshops war der Austausch mit anderen jungen Köchinnen eines der größten Highlights. Zu hören, wie die Arbeit in anderen Ländern und Betrieben aussieht, welche Trends dort eine Rolle spielen und welche Herausforderungen ähnlich sind, hat mich persönlich sehr bereichert. Einige von uns haben bereits Pläne für Praktika geschmiedet oder wollen Kolleginnen aus dem Ausland zu einem „Stagiaire-Tausch“ einladen.
Am letzten Abend, als wir alle zusammenstanden, war klar: Wir gehen mit einem Rucksack voller Ideen und Motivation nach Hause. YCU hat uns gezeigt, wie lebendig, modern und offen unsere Branche ist – und wie viel wir gemeinsam bewegen können.
Young Chefs Unplugged 2025 hat uns verändert
Ich bin dankbar, dass ich dabei sein durfte. Dieses Wochenende hat mir nicht nur fachlich, sondern auch persönlich unheimlich viel gegeben. YCU ist mehr als ein Kongress – es ist ein Kraftwerk für den kulinarischen Nachwuchs.
Ein großes Danke an den SKV, der uns Jungköchinnen und Jungköche unterstützt, stärkt und motiviert. Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, Neues auszuprobieren und die Südtiroler Küche mit frischer Energie weiterzuentwickeln.
Und wenn mich jemand fragt, ob ich wieder teilnehmen würde? Ja – jederzeit.
Nicol Insam i.V.

Einfach erklärt

Mut zur Eröffnung

Einen gastronomischen Betrieb in Südtirol eröffnen. Was Gründer jetzt wirklich wissen müssen
FOTO: Pixabay
Die Gastronomieszene in Südtirol bleibt lebendig und innovativ. Immer mehr Köchinnen, Köche und Quereinsteiger träumen davon, ihr eigenes Restaurant, Café oder Bistro zu eröffnen. Doch der Weg von der Idee zum fertigen Betrieb führt durch ein dichtes Netz an Vorschriften, Qualifikationen und behördlichen Schritten. Wir haben die wichtigsten Fakten für die SKV-Leserschaft zusammengefasst – aktuell, verlässlich und mit offiziellen Quellen untermauert.
Fachliche Befähigung: Ohne Prüfung geht es nicht
Wer in Südtirol einen gastronomischen Betrieb führen will, benötigt eine offizielle gastgewerbliche Befähigung. Diese wird von der Handelskammer Bozen geprüft und umfasst:
Nachweis der beruflichen Qualifikation oder einschlägigen Erfahrung
eine Gastgewerbeprüfung (schriftlich und mündlich)
Themen wie Lebensmittelhygiene, HACCP, Arbeitssicherheit und Betriebsführung
Vorbereitungskurse – etwa über das WIFI – unterstützen angehende Unternehmerinnen und Unternehmer mit praxisorientierten Inhalten rund um Unternehmensführung, Recht und Hygiene.
Quelle: Handelskammer Bozen, Bereich „Befähigung Gastgewerbe“
Unternehmensgründung: Von der MwSt.-Nummer bis Handelsregister
Nach der fachlichen Befähigung folgt der organisatorische Teil der Gründung:
Eröffnung der MwSt.-Nummer
Eintragung ins Handelsregister
Wahl der passenden Rechtsform (Einzelunternehmen, Kollektivgesellschaft, GmbH usw.)
Anmeldung bei den zuständigen Behörden und Sozialversicherungen
Die Handelskammer bietet dazu den Leitfaden Unternehmensgründung sowie Beratung durch den Service „Unternehmensentwicklung“.
Quelle: Handelskammer Bozen, Leitfaden Unternehmensgründung
Behördliche Meldungen und Genehmigungen
Im italienischen Recht läuft vieles über die Zertifizierte Anzeige der Tätigkeitsaufnahme (SCIA, Segnalazione Certificata di Inizio Attività). Sie wird über den Einheitsschalter für gewerbliche Tätigkeiten (SUAP, Sportello Unico Attività Produttive) der Gemeinde eingereicht und dient als eigenverantwortliche Meldung, dass:
die Räumlichkeiten baurechtlich zugelassen sind
Hygiene- und Sicherheits­vorschriften eingehalten werden
alle technischen Gutachten und Pläne vorliegen
Die Gemeinde prüft die Unterlagen und kann Nachforderungen stellen. Wichtig: Brandschutz- und Evakuierungsauflagen variieren je nach Standort und Gebäude.
Quelle: Gemeinden Südtirols / SUAP
Bauliche Anforderungen und Erweiterungen
Wer umbaut oder erweitert, muss die Landesbestimmungen für gastgewerbliche Erweiterungen beachten. Diese regeln:
wie viel zusätzliche Fläche geschaffen werden darf
welche Qualitätskriterien erfüllt sein müssen
welche Unterlagen für bauliche Veränderungen vorgelegt werden müssen
Diese Vorgaben betreffen Neubauten, Erweiterungen und strukturelle Anpassungen.
Quelle: Verordnung des Landes Südtirol zur Erweiterung gastgewerblicher Betriebe
Hygiene, Sicherheit und Mitarbeiterschulung
Ein gastronomischer Betrieb kommt ohne ein funktionierendes HACCP-System nicht aus. Dazu gehören:
Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte
Reinigungs- und Desinfektionspläne
Schulung aller Mitarbeitenden
Dokumentationspflicht
Auch Sicherheitsauflagen (Brandschutz, Zivilschutzbestimmungen) sind verpflichtend und müssen regelmäßig überprüft werden.
Quelle: Gesetzliche HACCP-Vorgaben / Landesportal Zivilschutz
Förderung: Neue Chancen für Dorfgasthäuser
Besonders interessant für viele Gründer ist eine aktuelle Fördermaßnahme des Landes Südtirol: Nahversorgungs-Gaststätten, die für das Dorfleben wichtig sind und in strukturschwächeren Orten betrieben werden, können finanzielle Unterstützung erhalten. Diese Förderungen sollen dazu beitragen, die gastronomische Versorgung in kleineren Gemeinden zu sichern.
Quelle: Land Südtirol, Amt für Arbeit / Förderung von Gaststätten (2025)
Gründung möglich – aber professionell planen
Ein gastronomischer Betrieb in Südtirol zu eröffnen bedeutet:
fachliche Kompetenz nachweisen
behördliche Abläufe exakt einhalten
bauliche und hygienische Standards erfüllen
wirtschaftlich klug planen
Für Köchinnen und Köche bietet sich die Chance, mit professioneller Unterstützung – ob durch Berater, Handelskammer oder Weiterbildungseinrichtungen – gut vorbereitet in die Selbstständigkeit zu starten. Die Nachfrage nach Qualität, Regionalität und authentischer Gastlichkeit war selten so hoch wie heute.
red / pj