Aktuell
Klaus Berger

Tradition bewahren, Zukunft gestalten

Der neue HGV-Präsident Klaus Berger über Generationenwechsel, Gastfreundschaft und die Zukunft der Südtiroler Gastronomie
Der neue HGV- Präsident Klaus Berger – FOTO: HGV
Was hat Sie motiviert, das Amt des HGV-Präsidenten zu übernehmen?
Ich gestalte gerne aktiv mit. Als Gastwirt, natürlich im HGV, aber auch in der Bozner Kurverwaltung. Das Hotel- und Gastgewerbe ist einem steten Wandel unterworfen. Diesen aktiv mitzugestalten, an vorderster Front, das motiviert und fasziniert mich.
Wie würden Sie sich selbst in drei Worten beschreiben?
Mit Leidenschaft Gastwirt.
Welche beruflichen Erfahrungen prägen Ihre Arbeit heute am stärksten?
Der Umgang mit Gästen. Jeden Tag neu, jeden Tag andere Gäste. Jeder Tag ist anders. Und dann die Frage, wie es gelingt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unseren Gastbetrieb Hotel Post Gries in Bozen zu binden. Diese Erfahrungen dabei prägen mich immer wieder.
Welche Prioritäten setzen Sie für Ihre ersten Monate als Präsident?
Beim HGV-Jahresempfang einen Tag nach meiner Wahl habe ich einige Schwerpunkte aufgezeigt. Diese sind der Generationenwechsel, die Tourismusgesinnung, die Bürokratie- und Steuerbelastung, die Stärkung der Dorfbars und Dorfgasthäuser. Weitere Prioritäten werde ich mit meinem Präsidium und Landesausschuss erarbeiten.
Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für die Gastronomie in Südtirol?
Wir haben eine vielfältige und hochwertige Gastronomie. Die Herausforderung liegt darin, diese Vielfalt aufrechtzuerhalten und ein Preis-Leistungsverhältnis zu erzielen, welche die Wirtschaftlichkeit der Gastronomiebetriebe sichert.
Welche Rolle spielt die Ausbildung – insbesondere in Küche & Service – in Ihrer Agenda?
Eine sehr große. Deshalb danke ich allen gastgewerblichen Ausbildungsstätten, den Direktorinnen und Direktoren und den Fachlehrerinnen und Fachlehrern für ihren Einsatz. Küche und Service sind das Fundament unserer Gastfreundschaft.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Südtiroler Gastronomie?
Ich wünsche mir, dass wir unsere Stärke – die Verbindung von Tradition und Innovation – weiter ausbauen. Dass junge Menschen gerne in dieser Branche arbeiten und dass wir unseren Gästen weiterhin authentische Erlebnisse bieten können. Und ich wünsche mir, dass wir als Branche geschlossen auftreten und uns gegenseitig unterstützen.
Welche Entwicklungen oder Trends werden unser Gastgewerbe in den kommenden Jahren prägen?
Der Trend hin zu einer bewussten, nachhaltigen und ökologisch ausgerichteten Ernährung. Ein bewusster Umgang mit unseren Ressourcen. Ein neues Verständnis, was Luxus bedeutet. Prägen wird das Gastgewerbe die Digitalisierung und technologische Innovationen. Das Gute ist aber: Unser Service lässt sich nicht bei Amazon bestellen.
Was möchten Sie während Ihrer Amtszeit unbedingt erreicht haben?
Mir ist wichtig, dass die Betriebe spüren, dass der HGV für sie da ist. Wenn wir es schaffen, die Rahmenbedingungen spürbar zu verbessern, die Ausbildung zu stärken und die Bürokratie zu entschlacken, wäre das ein großer Erfolg. Weiters möchte ich erreichen, dass unsere Dorfbars und Dorfgasthäuser verstärkt zum Treffpunkt für Einheimische und Urlaubsgäste werden.


Klaus Berger
HGV-Präsident / red


Aktuell
Food-Trends 2026

Gesundheit trifft Genuss – Swangy, Textur und globale Aromen

Wie Köchinnem und Köche die Balance zwischen Wohlfühl-Essen, Funktionalität und kreativen Geschmackserlebnissen nutzen, um unvergessliche Menüs zu kreieren.
Im Jahr 2026 werden Food-Trends geprägt durch das Gleichgewicht der Verbraucherwünsche: Gesundheit und Wellness, Wohlfühl-Essen und Genuss sowie Nachhaltigkeit und ethisches Handeln. Gleichzeitig suchen Gäste nach neuen Geschmackserlebnissen, interessanten Texturen und global inspirierten Aromen.
Für Köche bietet sich die Chance, klassische Gerichte neu zu interpretieren, ungewöhnliche Aromen zu kombinieren und kreative Texturen einzusetzen, ohne die gesundheitlichen und nachhaltigen Erwartungen der Gäste aus den Augen zu verlieren.
1. Geschmack & Innovation: Swangy, Swavory & Texturen
Swangy & Swavory
Swangy: süß + scharf + säuerlich (z. B. Chili-Limette, Tamarinde mit Chili, Zitrus + Schärfe)
Swavory: süß + scharf + herzhaft/umami (z. B. Mango + Gochujang, Honig + Chipotle)
Diese Kombinationen sorgen für Tiefe, Überraschung und Genuss und machen Gerichte sowohl innovativ als auch angenehm.
Texturen als Erlebnis
Kontraste sind entscheidend: knusprig trifft auf cremig, weich trifft auf knackig – multisensorische Erlebnisse werden geschaffen.
Beispiele: Dessert mit knuspriger Basis + luftiger Mousse + weichem Kern, Vorspeisen mit brechenden Texturen, Snacks mit natürlichen Bindemitteln oder Hydrocolloiden.
Tipp für Köche: Kombiniere Swangy- oder Swavory-Aromen bewusst mit Texturkontrasten, um jedes Gericht zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.
2. Gesundheit & Wellness
Funktionale Inhaltsstoffe
Adaptogene (Ashwagandha, Reishi-Pilz), Nootropika und Probiotika werden zunehmend integriert, um Stress zu reduzieren, Energie zu liefern und die Gehirngesundheit zu fördern.
Protein & Ballaststoffe
Protein bleibt zentral für Sättigung und Muskelunterstützung.
Ballaststoffe gewinnen an Bedeutung für Darmgesundheit und Wohlbefinden; Präbiotika wie Zichorie und Konjak lassen sich in Gerichte integrieren.
Authentisch pflanzlich & achtsame Süßungsmittel
Fokus auf natürliche pflanzliche Proteine (Erbsen, Linsen, Fonio, Teff)
Subtile Süßung mit Honig, Ahornsirup oder Früchten statt raffiniertem Zucker oder künstlichen Alternativen
Tipp: Funktionale Zutaten können subtil in Dressings, Saucen oder Beilagen eingesetzt werden, ohne den Geschmack zu beeinträchtigen.
3. Globale Aromen & Wohlfühl-Essen
Maximalistische und globale Aromen: Gäste wünschen sich intensive, multisensorische Profile, überraschende Mashups und komplexe Schärfe (Chili-Crunch, scharfer Honig, schwarze Limette).
Globale Inspiration: Küchen aus Malaysia, Brasilien, Kolumbien, Peru, neue Welle Japanisch und Nahost (Za’atar, Sumach, Labneh) gewinnen an Popularität.
Wohlfühl-Essen: Klassiker wie Gourmet-Smashed-Burger oder gehobene Instant-Ramen werden mit Premium-Zutaten und globalen Akzenten neu interpretiert.
4. Nachhaltigkeit & Ethik
Nachhaltigkeit als Standard: Fokus auf regenerative Landwirtschaft, lokale Beschaffung und Zero-Waste-Konzepte (Upcycling von Lebensmittelresten).
Ethische Beschaffung: Verbraucher achten auf faire Löhne und transparente Lieferketten; Initiativen wie das Internationale Jahr der Bäuerin 2026 stehen hier im Fokus.
5. Technologie & Personalisierung
KI und Automatisierung: Steigern Effizienz, Rückverfolgbarkeit und Konsistenz in Küche und Lieferkette.
Personalisierung: Gäste wünschen individualisierte Optionen, z. B. Build-your-own-Bowls, Wraps oder Menüs mit variablen Portionsgrößen.
pj